Thursday, January 11, 2024

Der König unter den Frostriesen und der Kampf um den eisigen Norden

Halbversunken in Schneewehen finden sich die Helden wieder etwa 2 Meilen nördlich von Aurils Zapfen. In der Entfernung ist der bläulich schimmernde Spitz einsam im ewigen Eis des Nordens noch zu erkennen. Die Abenteurer schüttelten teilweise noch das leicht nachhallende Geheul des Wendigos ab, dass noch in ihren Gehirnwindungen herumspuken zu scheint und konzentrierten sich die kommende Herausforderung. Sie sollte nicht minder schwieriger werden als einen Wendigo zu töten, denn sie mussten die Frostriesen mittels des heiligen Artefakts davon überzeugen vom Kampf gegen die Diener Aurils und den ansässigen Barbaren in Aurils Zapfen abzulassen. Die mächtige Frostriesenaxt Kjellgarr hatten sie ja bereits glorreich aus dem Fjelljarl geborgen, also machten sie sich in Richtung des Feldlagers der Belagerer aus Frostriesen und Gnolle auf, um die Bedingungen für ihren Abzug zu verhandeln. Zuvor wollten sich die Helden noch eine Nacht von den Prüfungen des Fjelljarl erholen und ein Nachtlager in Aurils Zapfen aufschlagen, solange sie dort trotz ihrer durchschnittlich guten Gesinnung noch geduldet werden. Während sie raschen Schrittes durch den Schnee stapfen, wurden sie erneut von einem Frostteufel in Empfang genommen, der sichtlich erstaunt war die Helden wieder zu sehen. Er berichtete ihnen, dass die Zeit mittlerweile ziemlich drängt und die Hohepriesterin gegenwärtig keine Gäste empfängt, aber eine kurze Nachtruhe für die Helden möglich ist. Über die „Herzlichkeit“ des Empfangs staunend, nach der Lösung des seit 1.300 Jahren verschollenen und als unlösbar geltenden Fjelljarls, gingen die Artefaktjäger schnellen Schrittes in die frostige Festung von Auril. Dort angekommen wurden sie nicht weiter von Barbaren oder Teufeln behelligt. Es schienen sogar auffällig wenige Barbaren in der Festung zu sein, wahrscheinlich, weil der Großteil der Truppen an den westlichen äußeren Verteidigungsanlagen gegen die Gnoll- und Frostriesenarmee stationiert waren. Die Abenteurer quartierten sich möglichst nahe beieinander über Nacht ein, um letzte Überraschungen vor dem Gang in die Höhle des Löwen zu vermeiden. Aber wie es meist so kommt, hatten sie sich nicht auf alles vorbereitet. Aline wurde in der Nacht von mörderischen Albträumen geplagt. In ihrem Traum hetzte sie in dunkelster Nacht durch einen Schneesturm in einem einen spärlichen Wald, der nur vom Mond in ein kühles und fahles Licht getaucht war. Getrieben von einem grauenhaften Geheul wie von einem Wolfsrudel, dass mehrstimmig nach der Krieger zu rufen schien, lief sie durch den Kniehohen Schnee. Das Geheul kam immer näher und Aline blickte sich in alle Richtungen hastig um, konnte jedoch nur vom Wind durch die Luft gepeitschte Schneeflocken und die dahinter lauernde Dunkelheit erkennen. Das Geheul wurde immer lauter und lauter bis ihr Kopf regelrecht zu dröhnen Anfing. Ein sich langsam entwickelnder Schmerz in ihrer Stirn wurde binnen weniger Sekunden unerträglich. Aline schloss die Augen und hielt sich den Kopf vor immer weiter anschwellenden Lärm und quälenden Stechen, bis sie ihre Umgebung nicht mehr wahrnahm. Plötzlich war alles wieder ruhig um sie, der Schmerz war wie weggeblasen und als sie die Augen öffnete, überkam sie ein schreckliches Grauen. Aline befand sich an einem verloschenen Lagerfeuer. Rundherum saß sie die zerfetzten und entstellen Leichen ihrer Mitstreiter, deren Körperteile teilweise in der näheren Umgebung verstreut herumlagen. Voller Entsetzen sah sie sich um und als sie schließlich an sich selbst hinuntersah, merkte sie erst, dass sie Klauen wie ein Tier hatte und nicht aufrecht stand, sondern knapp über dem blutrot gefärbten Schneeboden schwebte. Da wo ihre unteren Beine und Füße einst waren befanden sich abnagte knochige Stümpfe. Sie beschlich sofort der Gedanke, dass sie selbst der Wendigo war und als sie sich dessen bewusst wurde überkam Aline in diesem Moment ein unbändiger Blutdurst. In ihrem Augenwinkel sah sie noch eine Bewegung. Es war Arinar, der in panischer Angst versuchte durch den hohen Schnee zu fliehen. Daraufhin lies Aline ein gespenstisches und mehrstimmiges Geheul von sich und jagte Arinar hinterher. Erst als Aline ihre Klauen tief in Arinar gebohrt hatte und dabei war seinen zierlichen Elfenkörper in blutige Fetzen zu reißen, wachte sie schweißgebadet und hektisch keuchend auf. Aline war schwer erschöpft und sichtlich gezeichnet als ihre Mitstreiter sie am nächsten Morgen zu sehen bekamen. Sie berichtete von ihrem irrsinnigen Traum und noch bevor sie zu Ende erzählen konnte war den meisten klar geworden, dass der Wendigo sie in ihren Träumen heimsuchen wird, bis entweder er den Helden auf die eine oder andere Art den Gar ausgemacht hat oder die Rashemenforscher ihn endlich und ein für alle Mal zur Strecke bringen. Der Wendigo dürfte außerdem zurückgebliebene Haare oder ähnliche Dinge der Helden gesammelt haben, um leichter Einfluss auf ihre Träume zu bekommen. Ulgan warf noch ein, dass sie ihn nie retten und seinem Schicksal überlassen hätten sollen. Allerdings ist der Kampfesmutige Barbar, auch wenn er definitiv nicht die hellste Fackel in Rashemen ist, schon ein fester Bestandteil der Gruppe geworden und so konnten die Helden nicht anders, als ihn aus den Fängen des Wendigos, zumindest vorerst, zu befreien. Während Arkami mit der Wiederherstellung von Alines Kräften beschäftigt war, beschlossen die Helden einstimmig nach der Ablieferung des Frostriesen-Artefakts, nach Nathoud zurückzukehren und dem Wendigo endlich entgegenzutreten.

Nun war es allerdings an der Zeit die Belagerung auf Auril`s Zapfen zu beenden und den herannahenden Krieg zwischen den dunklen Horden von Frostriesen, Gnollen und roten Magiern und den Rashemen-Barbaren abzuwenden. Also machte man sich nach einem mäßig ausgiebigen Frühstück nach Westen auf. Der Weg zum feindlichen Feldlager sollte etwa 2 bis 3 Stunden in Anspruch nehmen, doch sind mit Sicherheit mehrere Patrouillen von Gnollen oder Frostriesen unterwegs, die die Reisedauer etwas verlängern könnten. Die Heldengruppe stelle sich demnach auf eher verstecktes Vorgehen oder, im Falle ihrer Entdeckung, auf kleinere Scharmützel ein. Etwa eine Halbe Stunde nachdem sie ihr Nachtlager verlassen hatten, kamen sie an den letzten Vorposten der Verteidigungslinie der Rashemen-Barbaren. Die Barbaren nahem nur wenig Notiz von den Helden und konzentrierten sich ganz auf die Beobachtung der weitläufige weiße Ebene in Richtung des feindlichen Lagers. Den aufmerksameren Helden der Gruppe, wie Arinar, Sirasi und Alviss fiel auf, dass ungewöhnlich wenige Wachen auf den Wällen patrouillierten. Auch gestern stach ihnen die geringe Anzahl der Barbaren in der Festung bereits ins Auge. Ob sie bereits die Evakuierung angeordneten hatten, im Fall eines Fehlschlags der Helden oder ob es an einem unchristlichen Feiertag der Anbeter Aurils lag, konnte jedoch keiner von ihnen Ergründen. Die Abenteurer versuchten möglichst nahe an das feindliche Feldlager heranzukommen, ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen. Hinter Schneewehen und hervorstehenden Felsen versteckt konnten sie etwa die Hälfte des Weges unentdeckt zurücklegen. Dabei umgingen sie die Patrouillen geschickt, büßten allerdings etwas an Geschwindigkeit ein. Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto schwieriger wurde es ungesehen zu bleiben. Also kam es wie es kommen musste und eine Gnoll-Patrouille wurde auf sie aufmerksam. Während die Helden zwischen zwei Schneedünen voranschritten, kam der Trupp selbst um eine Wehe spaziert. Auf eine Distanz von etwa 200 Fuß konnten sich die Helden nicht mehr davonstehlen. Die Gnolle schienen ebenso überrumpelt wie die Helden zu sein, gingen jedoch nicht sofort in den Angriff über. Obwohl der Gnoll-Haufen selbstsicher wirkte und den Abenteurer zahlenmäßig überlegen war, schienen sie überraschenderweise zuerst ein paar Worte wechseln zu wollen. Während Aline bereits dabei war ihr Schwert zu schärfen und die magiekundigen Arkami, Arinar und Sirasi tödliche Zauber vorzubereiten, versuchte Alviss mit dem vermeintlichen Anführer des Trupps ins Gespräch zu kommen. Alviss machte sofort klar, dass sie zum Lager der Frostriesen wollten, um mit den Jarls in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen. Das interessierte die Gnolle überraschenderweise recht wenig. Sie forderten lediglich Gold und Ausrüstung von den umherstreifenden Abenteurern und das unter Gewaltandrohung. Alviss Diplomatie schien bei den Gnollen nicht so recht zu funktionieren. Doch Aline erkannte, dass die Gnolle eventuell auf eine andere Art von Handel eingingen. Aline richtete sich auf und schritt an die Seite von Alviss. Sie sah dem Gnoll-Truppführer kurz in die Augen und sah ein Funkeln in seinen Augen aufblitzen. „Ein Zweikampf, um das Recht weiterzuziehen,“ sagte sie ohne große Umschweife. Die Augen des Gnolls schmälerten sich und er begann hämisch zu grinsen. Der Gnoll war darüber sichtlich erfreut, zog seinen zweihändigen Flegel vom Rücken. Der Gnoll-Trupp jubelte über das bevorstehende Blutvergießen, denn ein solcher Kampf wurde immer bis zum Tod geführt. Die Helden-Gruppe war über die Selbstsicherheit der Gnolle etwas verwundert, denn Aline war nicht nur die Nahkampferprobteste unter den Helden, sondern wahrscheinlich auch unter den Top Zehn in Rashemen. Das schienen die Gnolle entweder nicht zu wissen, oder ihre beschränkte Intelligenz machte ein weiteres reflektieren darüber, warum eine Gruppe von Abenteurern ohne Armee hinter sich Unterhandel mitten im Feindeslager erbittet, unmöglich. Nachdem die Bedingungen im Falle eines Sieges der Kontrahenten festgelegt wurden, ging es auch schon zur Sache. Nur für wenige Sekunden herrschte etwas Zurückhaltung des Gnoll-Anführers, dann setzte er zu einem ersten Angriff gegen Aline an. Der Flegel sauste mit einem klingenden Geräusch durch die Luft, für mehr reichte es allerdings nicht. Aline war dem plumpen Angriff ausgewichen und setzt zum Gegenangriff an. Doch anstatt einen wuchtigen Hieb gegen den Gnoll selbst anzubringen, setzte sie alle Kraft in einen mächtigen Hieb gegen das Schild des Feindes. Etwas verwundert blickte der Gnoll auf seinen Unterarm, als sein Schild in mehrere Teile zerbarst und er von der Wucht drei Schritte Rückwärts taumelte. Er erfing sich allerdings schnell und ging wütender als zuvor zum nächsten Angriff über. Diesmal versuchte er es mit Zwei präzisen Axthieben. Der erste Hieb hinterließ immerhin einen leichten Kratzer an Alines linker Schulter. Der zweite Hieb wurde von Alines Parade einfach abgeschmettert. Noch jubelten die Gnolle über das Spektakel, während die Helden gespannt Aline beim Zerlegen des Gnolls beobachteten. Nun war wieder Aline an der Reihe. Erneut holte sie zu einem massiven Schlag aus und erneut zielte sie nicht direkt auf den Gnoll, sondern auf seine Kampfaxt. Der Gnoll hob seine Axt, um den Angriff abzuwehren. Im nächsten Moment sauste bereits das Axtblatt knapp an seinem Kopf vorbei und landete vor den Füßen seiner Artgenossen. Der Gnoll-Anführer stampfte mit großen Augen ein paar Schritte zurück und zog in seiner Verzweiflung ein Messer. Einen erneuten Angriff wagte er jedoch nicht mehr. Nun setzt Aline zum nächsten gezielten Hieb an und auch das klägliche Messer landete in hohem Bogen und in zwei Teile zerbrochen im Schnee. Der Gnoll sank auf die Knie und flehte unter den Buh-Rufen seines Trupps um sein Leben. Aline war bereits versucht seine anfängliche Überheblichkeit mit einem kurzen und schmerzlosen Tod durch Dekapitation zu belohnen, doch sie befand es der Mühe nicht wert, diesen winselnden Abschaum auch noch aus seinem Elend zu befreien. Also versetzt sie ihm einen kräftigen Tritt in die Flanke und befahl ihm das Weite zu suchen. Die Buh-Rufe und das gehässige Gegrunze der Gnolle wurde immer lauter als ihr Anführer die Beine in die Hand nahm. Weder suchte er Schutz in Richtung seines Trupps, noch lief er in die Richtung, aus der die Helden kamen. Er versuchte sein Glück Richtung Norden, denn die ewige weiße Kälte des hohen Nordens ist sicher gnädiger als sein eigener Trupp, den er durch ein Regime aus Angst, Einschüchterung und Gewalt geführt hatte. Zufrieden steckte Aline ihr Schwert zurück in ihr Rückengehänge und die Helden warteten kurz ab, ob die restlichen Gnolle dumm genug waren einen Angriff zu wagen. Doch sie hielten sich anscheinend an die Abmachungen, die vor dem Zweikampf Gnoll gegen Frau getroffen wurden und zogen murrend ab.

Um nicht erneut unvorbereitet auf eine Patrouille zu treffen, gingen die Helden unter Alviss Vorgabe des Wegs noch bedachter voran, bis sie etwa eineinhalb Stunden später am Vorposten zum feindlichen Feldlager ankamen. Hier wurden sie von Frostriesen angehalten, die wenig überraschend unfreundlich nach ihrem Begehr fragten. Die Riesen machten bereits Anstalten die Helden zu attackieren, da zückte Aline das mächtige Artefakt und die Riesen erstarrten für einen kurzen Moment. Alviss verkündete die Wiederentdeckung dieses Relikts vor den Anwesenden und forderte ein Gespräch mit dem Anführer der Frostriesen, Jarl Ettegulf. Sofort wurde nach ihnen geschickt. Während der kurzen Wartezeit, versammelten sich immer mehr Gnolle und Frostriesen in einem Kreis um die Helden und fragten sich, was hier im Gange sei und warum der seltsam zusammengewürfelte Haufen an Abenteurer nicht schon längst über einem herrlichen Lagerfeuer schmorrte. Auch die andren Jarls näherten sich, Jarl Jerlkorr vom Vradd Stamm auf seinem Behir beritten, Jarl Drigoll, Jarl Mortodden auf seinem Landhai und Jarl Ansreyfold auf seinem vernarbten flügellosen alten weißen Drachen.  Die Botschaft über das gefundene Artefakt stieß nicht nur bei den Riesen auf großes Interesse, auch rote Magier erschienen unter den Haufen an Gnollen und an der Seite der Frostriesen-Jarls. Unter ihnen war auch ein durchaus bekanntes Gesicht, nämlich die hämisch grinsende Fratze Charun Hazzar`s, gemeinsam mit einer Nalfeshnee an seiner Seite. Den Helden war bereits bewusst, dass vor allem die Roten Magier an dem Aufruhr nördlich der Eisgratgipfel verantwortlich waren, aber dass sich Ranghohe Mitglieder der Bruderschaft höchstpersönlich vor Ort einmischen, macht deutlich welche Bedeutung die Verhandlungen hier und jetzt haben und wie wichtig es für den Zulkir aus Thay ist den Helden dabei zuvorzukommen. Als alle Riesen, Gnolle und Magier von Rang und Namen versammelt waren, durfte Alviss schließlich sein Anliegen vorbringen:

„Wir, die Forscher des Vremloir Avatvoh, bargen das mächtigste und über 3000 Jahre lang verschollene Artefakt der Frostriesen aus dem Fjelljarl und überbringen es dem wahren Führer und König der Frostriesen, der imstande ist, die zersplitterten Clans zu vereinen und die Frostriesen zu neuen glorreichen Zeiten zu führen. Im Gegenzug verlangen wir den Abzug der Truppen der Frostriesen und ein Friedensangebot für die Barbaren aus Rashemen!“

Ein Raunen ging durch die Reihen der Frostriesen, während sie ungläubige Blicke austauschten. In den Reihen der Gnollen gesellte sich Spott hinzu und Unmut machte sich darüber breit überhaupt so ein Abenteurer-Pack anzuhören. Einer der Jarls, scheinbar ein möglicher Anwärter auf das Artefakt und den Thron der Frostriesen, antwortete ernst: „Selbst wenn ihr im Stande wart, den legendären Artefakt aus dem Fjelljarl zu bergen, was wir alle hier für Humbug halten, denn dies ist nur Frostriesen bestimmt, wieso sollten wir von dem Krieg ablassen. Die Barbaren und ihre mindere Gottheit, die sie anbeten, sind Eindringlinge in unserem Land und werden nicht weiter hier geduldet. Wir mussten ihre Anwesenheit hier schon zu lange erdulden. Und geeint sind wir bereits durch unseren gemeinsamen Feind, wie ihr selbst sehen könnt.“

Alviss deutete Aline die Axt in der Mitte des freien Kreises aus Riesen und Gnollen in den Boden zu schlagen, um das Artefakt allen anwesenden noch deutlicher zu präsentieren. Aline ginge einige Schritte in Richtung der Mitte und holte zu einem wuchtigen Hieb aus. Doch sie zögerte einen Moment und blickte für wenige Sekunden starr auf den Boden, als kämpfe sie kurz dagegen an, die Axt im Boden zu versenken und loszulassen. Unmittelbar darauf verschwand der beinahe leere blick und mit angestrengtem und ernstem Blick schlug sie die mächtige und vor Magie pulsierende Axt in den Boden. Durch die Wucht des Schlags und die Kraft des Artefakts ging sogar eine Art leichter Druckwelle vom Einschlag aus, die wieder mehr Unruhe in die Reihen der Gnolle als auch Riesen brachte. Nun erwiderte Alviss: „Wie ihr selber seht ist diese Axt das verloren geglaubte Relikt des Fjelljarls und ob ihr es glaubt oder nicht haben wir alle Prüfungen darin bestanden. Der Zapfen Aurils wird schon seit 2 Jahrhunderten, seit dem Rückgang des großen Gletschers, von Barbaren und Nomaden besiedelt. Und dieses Land ist schon seit Äonen das Reich von Auril, der Göttin des Winters. Warum also solltet ihr euch in einen Krieg mit ihnen Einlassen, der euch letztendlich nur Schwächen wird. Selbst wenn ihr ihn gewinnen solltet, wird euch das herbe Verluste einbringen und wofür? Land gibt es hier im Norden genug, seien es Frostriesen, Gnolle oder Menschen, zumal das Gebiet um den Zapfen Auril’s nicht einmal zu euren Stammgebieten gehört. Und wirklich behelligt werdet ihr von den ansässigen Barbaren ebenso wenig.“

Die Jarls der Frostriesen blicken sich stumm und grimmig an und scheinen ernsthaft über die Argumente des schlagfertigen Halb-Elfen nachzudenken. Der Rote Magier an der Seite der Frostriesen lies jedoch keine weitere Denkpause zu und ergriff das Wort: „Denkt ihr den wirklich, dass wir nicht durch diese hinterhältige Fassade der Verzweiflung blicken? Nun wo ihr als Eindringline auf diesem Gebiet mit dem Rücken zur Wand steht, zieht ihr dieses lang vergessene Relikt aus dem Hut und wollt plötzlich um Frieden verhandeln. Die Barbaren, diese Südländer, sind hier nicht beheimatet und waren es nie. Sie haben sich lediglich wie eine Krankheit hier ausgebreitet und festgefressen wie ein Schädling. Und seit ihrer Ankunft haben sie sich nach und nach nur noch mehr in diesem Gebiet breit gemacht und immer mehr Land und Ressourcen für sich beansprucht, ohne Rücksicht auf die hier lebenden Frostriesen oder Gnolle. Nun muss diese Plage endlich eingedämmt und ausgemerzt werden, bevor sie sich ausweitet!“ Jubel und Gegrunze erklingt sofort aus den Heerschaaren der Gnolle und auch aus einem Teil der Riesen, als der Magier seine Hasstirade beendete. Als der Lärm etwas abflaut, richtet Alviss seine Worte an den Magier.

„Es ist kein Wunder hier Rote Magier anzutreffen, denn es ist schließlich euer Verschulden, dass nicht nur hier Krieg herrscht, sondern auch in vielen anderen Teilen von Nordost- und Ost-Faerûn. Die Kriegstreiberei der Roten Magier aus Thay, die sich hier als die wahren Südländer entpuppen, führte erst dazu, dass die südlich von hier lebenden Völker nach Norden gedrängt wurden. Schon seit Jahrhunderten versucht euer Zaubererzirkel ihr Reich nach Norden und Westen auszuweiten und besetzt Land von friedliebenden Völkern, die ihr zu versklaven trachtet. Dagegen hat bisher niemand etwas unternommen, weil ihr feige und mit großer List stets aus dem Schatten operiert und eurer Marionette für euch die Drecksarbeit erledigen lasst. Ihr schickt andere für euch in den Tod, während ihr euch zurücklehnt und nach getaner Arbeit weitere Intrigen aus dem Hintergrund spinnt und euch selbst an Machtpositionen einsetzt. Genau dasselbe passiert nun hier in dieser Auseinandersetzung zwischen Frostriesen, Gnollen und Barbaren. Ihr wartet nur darauf, dass sich die hier lebenden Völker bekriegen und schwächen, damit ihr leichtes Spiel im Nachhinein habt, daher ist es euch auch ein Dorn im Auge, dass die Frostriesen durch die Ernennung eines Königs mit Hilfe dieses heiligen Artefakts geeint werden sollten.“ Nun rumort es zunehmend in den Reihen der Frostriesen und Fragen nach der Rolle der Roten Magier in dieser Auseinandersetzung werden immer lauter. Die Nalfeshnee zollte Alviss telepathisch ihren Respekt angesichts seiner Wortgewandtheit und Finesse. Im Gegensatz dazu werden die Gnolle, angestachelt von roten Magiern, die sich in ihre Reihen gemischt haben, immer gehässiger und stacheln sich gegenseitig an nicht auf die Eindringlinge zu hören und sie schlicht zu töten und daraufhin zu verspeisen. Doch noch halten sich die Reihen halbwegs im Zaun.

Der Rote Magier wollte schon zu einer Antwort ansetzen, da eröffnet die Nalfeshnee plötzlich ein Wortgefecht mit Alviss: „Nach meinem Wissensstand sind es doch die Rashemi beziehungsweise ihre Vorfahren die Raumviran die den Krieg im Nordosten und Osten von Faerûn ursprünglich angezettelt haben. Sie sind über ihre Nachbarn die Nar hergefallen, als sie bereits durch den Kampf gegen die Mulhourindi geschwächt waren. Es gibt kaum ein hinterhältigeres Verhalten, um sich fremdes Land anzueignen, findet ihr nicht? Die unzähligen weitere Kriege, die die Raumviran angezettelt haben, kosteten nicht nur unzähligen Lebewesen das Leben, sondern verwüstete auch alle Ländereien, von hier bis nach Mulhorand und von Damara bis zu den Hordenländern, durch die Beschwörung des Gottes Kossuth der alles in Feuer hüllte und nur Rauch und Asche hinterließ. Die Frostriesen konnten sich nur durch die Beschwörung ihres Gottes Kostchtchie gegen die Überfälle der Raumathari wehren. Schon damals trachteten sie auch nach diesem Land, dass rechtmäßig den Frostriesen und Gnollen gehört. Und genau diese hinterlistigen Kriegstreiber der Raumathari sind jene Leute, die die Begründer der ebenso unehrenhaften Rashemi sind, nachdem sie in aussichtsloser Situation alles in Schutt und Asche gelegt hatten. Genauso wird es wieder geschehen, wenn wir ihnen nicht Einhalt gebieten und sie dorthin zurücktreiben, wo sie herkommen.“ Angeheizt von der Rede der Nalfeshnee und den Stachelleien der Roten Magier, tobten die Gnolle vor Kriegslust. Die Frostriesen, um dessen Schicksal es in diesem Wortgefecht hauptsächlich ging und die die entscheidenden paar Gehirnzellen mehr in dieses Treffen führen als die Gnolle, begannen allmählich zu verstehen, worum es hier womöglich eigentlich ging.

Alviss durchsuchte eifrig sein Hirn nach allem, was die Helden bisher über diese Jahrtausende alte Fehde zwischen Nar und Raumviran wusste und setzte zu seiner finalen Gegenrede an: „Dass ein Dämon aus dem Abyss das Wortgefecht für die Roten Magier austragen muss, scheint mir der nächste Beweis dafür zu sein, dass sich dieses Zaubererpack keine Gelegenheit entgehen lässt, um andere vorzuschicken, die ihren Willen ausführen. Die Rashemi wehren sich seit Jahrhunderten gegen die heimtückischen Überfälle der Thay und nach wie vor versuchen sie unser aller Heimatländer zu unterwandern, sei es Rashemen, Narfell, Thesk oder Aglarond. Und ich kann allen Anwesenden versichern, dass die Roten Magier es sind, die über bereits geschwächte Völker herfallen, wie Aasfresser. Sie haben den Vorstoß und die Verheerung durch die Tuigan genutzt, um sich in Rashemen und Thesk unbemerkt einzuschleichen und Intrigen zu spinnen. Dasselbe versuchen sie nun hier in eurem eigenen Heimatland. Für sie steht schließlich nicht viel am Spiel, denn sie stellen weder Truppen noch Verpflegung zur Verfügung, sondern befehligen aus sicherer Entfernung und werden bei der erstbesten Möglichkeit Verrat an euch verüben. Keiner der heutigen Völker des Nordens hat etwas mit der Großen Feuersbrunst vor über 1500 Jahren zu tun und alle Verantwortlichen sind bereits lange vergessen und zu Staub zerfallen. Doch die ständige Bedrohung durch die Roten Magier ist heute realer den je zuvor, für euch ebenso wie für uns. Darum lasst mich euch Jarls der Frostriesen noch einmal daran erinnern, dass ihr selbst und nur ihr alleine für euer Schicksal verantwortlich seid und durch diese Axt, die eurem Vorfahren gehört hat und nun hier vor euren Füßen liegt, den Fortbestand eurer Clans als ein vereinigten Königreich der Frostriesen sicher könnt und zu neuen glorreichen Zeiten führen könnt. Lasst euch nicht von den Hexern aus dem tausende Meilen entfernten Süden blenden, den sie Nutzen eure bisherige Uneinigkeit aus und versprechen euch etwas was sie euch nicht geben können, sondern ihr euch heute, hier und jetzt selbst schaffen könnt. Und zwar nicht in einem blinden verlustreichen Angriffskrieg gegen die Menschen des Nordens, sondern in der Besinnung auf eure eigenen Stärken und Tugenden, die euer letzter König vor 3000 Jahren bereits gewürdigt hat. Unsere Übergabe dieses mächtigen Relikts an euch, welches wir mit Kostchtchie`s Segen aus den Tiefen des Fjelljarls geborgen haben, soll die Frostriesen daran erinnern, dass ihr eure eigenen Herrn seid und keine Lakaien, schon gar nicht von machthungrigen Menschen aus den tiefsten Süden, die die Gebräuche und Riten der Frostriesen des hohen Nordens nicht kennen und nicht ehren.“ Ein großer Teil der Frostriesen-Horden stimmte ein inbrünstiges Gebrüll an, dass verdächtig nach Zustimmung auf Alviss Rede klang. Die Nalfeshnee und die Roten Magier waren unter Zugzwang, aber alle weiteren Interventionsversuche ihrerseits wurde von Gebrüll und Gedränge unterbunden. Die Frostriesen ignorierten weitere Ratschläge von Charun Hazzar und seiner dämonischen Begleiterin, die Alviss erneut telepathisch zum Teilerfolg gratulierte, wenn auch sehr missmutig. Bereits während des Wortgefechts traten zwei besonders muskulöse und auffällig mit Tracht behangene Frostriesen in Erscheinung, die sich die Königswürde untereinander ausmachen durften. Einer der beiden war der Jarl, der mit Alviss kurz verhandelt hatte. Der zweite war ein etwas gedrungener und nicht weniger kampferprobt aussehender Jarl eines anderen Clans. Die beiden Jarls schienen ohnehin nicht sonderlich gut befreundet zu sein und es wurde auch sofort klar, dass Alviss Gesprächspartner die Fraktion „Frostriesen-Schicksal in eigene Hände nehmen“ vertrat und der etwas kleinere Jarl vom Team „Make Frost Giants great again (und zwar mit der Hilfe der Roten Magier)!“ war. Die Regeln des Kampfes schien den Kontrahenten bereits beim Betreten des Rings aus Zuschauern klar zu sein. Der Unterlegene wird nicht nur den Besitz über die Axt und somit die Krone der Frostriesen verspielen, sondern wahrscheinlich auch seinen Rang und Namen für immer aufgeben müssen.

Die beiden Jarls gingen in Position und wenige Sekunden darauf zogen sie bereits ihre Waffen und näherten sich unter tosendem Gejaule, Gebrüll und Gegrunze der Menge einander vorsichtig. Die Zauberkundigen unter den Helden erkannten allein anhand der ersten Bewegungen der beiden Riesen, dass sie wahrscheinlich mehrere Zauber auf sich hatten, die sie im Kampf schneller und treffsicherer machen würden. Als die Kontrahenten nur mehr wenige Schritte voneinander entfernt waren, brach der Kampf endlich ungezügelt los. Es schien ein relativ ausgeglichener Kampf zu sein, bei dem sich kaum Vorteile für eine Seite ergaben. Nach den ersten paar wuchtigen Hieben, Paraden und Ausweichmanövern zeigten beide kaum ein paar Kratzer. Jedoch ging es nicht ganz mit rechten Dingen zu, denn aus der Menge der Gnolle heraus schienen Rote Magier zu versuchen, die Zauber auf den Jarl, der sich gegen sie gewandt hatte, zu entkräften. Dies gelang ihnen nach kurzer Zeit auch, sodass der andere Jarl ein paar gute Schläge an sein Gegenüber brachte und er zurückweichen musste. Der Kampf der beiden Frostriesen wurde mit einer derartigen Intensität geführt, dass sie den kompletten frei gehaltenen Kampfring beanspruchten und die Helden sich in die Reihen der Gnolle eingliedern mussten. Dort war es Sirasi allerdings möglich ebenfalls einen Zauber auf dem kleineren Jarl aufzuheben, als er nah genug an ihr dran war und die Kräfteverhältnisse wieder auszugleichen. Der Kampf verlagerte sich wieder auf die gegenüberliegende Seite des Rings und da die Helden mitten unter den ihnen besonders feindselig gesinnten Gnollen mitsamt eingestreuten Roten Magiern standen, versuchten sie im Gänsemarsch entlang der Außenseite des Kampfrings zum Lager der Frostriesen zu gelangen. Dort war es ihnen eventuell auch möglich ihren gewünschten Königs-Anwärter mit Zauber auf kurze Distanz und unbemerkt zu unterstützen. Dieses Unterfangen stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht. Die Gnoll-Scharen waren ziemlich in Aufruhr und zogen und zerrten teilweise an der Ausrüstung der Helden, als sie sich durch die vorderen Reihen drängten. Arinar vernahm mit einem Ohr zischende Geräusche, die sich beim genaueren Hinhören als Hasstiraden gegen die Helden herausstellen, die die Gnolle dazu animieren sollte über die unerwünschten Abenteurer herzufallen. Die Gnolle drängten immer mehr auf die Helden ein, kreischten mit ihren hyänenartigen Mäulern umher und hie und da spürte Aline und Ulgan, die vorneweg die Gnoll-Meuten auseinanderschoben, Stiche von Messern zu spüren zu bekommen. Mit einem Auge versuchten die Helden den Ausgang des Kampfes mitzuverfolgen und es schien in ihrem Sinne zu verlaufen. Ihr bevorzugter Anwärter konnte sich der Drangphase seines Kontrahenten gut widersetzen und startete seinerseits mit Hieben auf seinen Gegner einzuprügeln. Sein Gegenüber war bereits sichtlich gezeichnet von dem Kampf, parierte aber die Schläge mit all seiner Kraft, bis auf den letzten. Den letzten Streich hatte der angreifende Jarl als schnellen Stich mit seinem enormen Schwert ausgeführt und stieß seinem Gegner direkt durch den Oberschenkel, wodurch er kurz zu Boden sank und sich geschickt zu Seite rollen ließ, um einen vermeintlichen Todesschlag von oben zu entgehen. Dieser krachte wuchtig neben ihm ins Eis, sodass einige Eissplitter bis an den Rand des Rings vor die Füße der Zuschauer flogen. Im Getümmel zwischen den Gnollen war Ulgan bereits dabei sich mit mehreren Gnollen anzulegen und zog erst einmal unverbindlich seine Axt, um die Gnollen abzuschrecken. Nach einem weiteren Stich in seine Flanke versenkte er seine Axt verbindlich in der Magengrube eines Gnolls, der mit einem kurzen und schrillen Jaulen zu Boden ging und vermutlich unter den Füßen seiner nachdrängenden Artgenossen zertrampelt wurde. Aline versuchte ihn noch zu beruhigen und dazu zu bringen sich einfach weiter durch die Menge zu drängen, aber es war kaum mehr möglich durch die angeheizte und tobende Masse an Gnollen zu kommen. Arinar und Sirasi waren dabei sich von dem Roten Magier, der versteckt im Gedränge versucht die Menge gegen die Helden aufzubringen, mit Zaubern einzudecken, was Arkami und vor allem Alviss begrüßen würden, allerdings würden sie dadurch wahrscheinlich noch mehr Zorn auf sich ziehen, als sie es ohnehin schon tun. Währenddessen tobte der Kampf um die Königswürde weiter. Die Wunde des bisweilen unterlegenen Frostriesen, schien doch nicht so schlimm zu sein, wie zuerst von den Helden vermutet. Entweder haben sie die massive Stichwunde überschätzt oder es waren wieder einmal die Finger der Roten Magier im Spiel. Die Situation wurde sowohl für den bevorzugten Anwärter der Rashemen-Forscher als auch für sie selbst ernster, denn ihre Kräfte drohten zu schwinden und die hinterlistigen Taktiken der Roten Magier schienen aufzugehen, trotz aller Bemühungen der Helden. Doch noch gaben sie sich nicht geschlagen und so auch nicht ihr Jarl.

Die Geschehnisse der nächsten Sekunden verliefen nun nahezu parallel und waren entscheidend für den Ausgang des gesamten waghalsigen Unternehmens von der Übernahme der Aufgabe Aurils bis zu diesem Moment. Arinar, die schon beinahe von den Gnollen erdrückt wurde, begann einen Zauber zu weben und kurz darauf verdunkelte sich in wenigen Metern Entfernung der Boden. Plötzlich schossen schwarze Tentakel aus dem verfärbten Bereich, die mindestens zwei Dutzend Gnolle packten und die umstehenden Artgenossen in Aufruhr und wildes Geschrei versetzten. Sirasi wurde es ebenfalls zu viel und sprach einen Flugzauber auf sich. In diesem Moment riss auch Aline, ebenso wie Ulgan, das letzte Faser ihres einstigen Geduldsfadens. Sie stieß mehrere Gnolle beiseite, hob ihr mehrfach verzaubertes Bastardschwert und ließ es in das nächstgelegene hässliche Hyänengesicht sausen, dass sich ihr anbot. Alviss wollte ebenfalls gerade damit anfangen sich seinen Weg in Richtung des Roten Magiers freizustechen, als ein markerschütternder Schrei aus dem Kampfring kurz gefolgt von dem ohrenbetäubenden Grölen Frostriesen zu hören war. Arkami sah als Erster, wie ihr favorisierter Jarls sein Schwert aus der gespaltenen Schulter seines Kontrahenten zog und dieser regungslos auf den kalten Boden fiel. Für einen kurzen Moment verstummten beinahe alle Zuschauer, als der zukünftige Frostriesen-König, wenige Schritte auf das Artefakt zuging, es mit festem Griff aus dem Eis zog und siegreich in Höhe stemmte. In diesem kurzen Moment der Ruhe konnten auch die Helden einen Blick auf den neuen König werfen, bevor ein riesiger Tumult vor allem unter den Gnollen ausbrach. Erst glaubten die Abenteurer der erneute Aufruhr sei den Roten Magiern geschuldet, die das Ergebnis des Entscheidungskampfes irgendwie zu sabotieren versuchten. Aber nicht nur das lies die Gnolle plötzlich vollkommen durchdrehen und ihre Waffen zückten. Sirasi flog einige Meter in die Höhe und erspähte dabei einige Stellen in ein paar hundert Fuß Entfernung, an denen sich die Gnoll-Schaaren regelrecht aufzulösen schienen und in mehreren Richtung zurückdrängten. Viel mehr konnte sie vorerst nicht erkennen, auch weil bereits ein Roter Magier das Feuer auf sie eröffnete. Nun war klar, dass jegliche Semi-Heimlichtuereien über Bord geworfen werden können. Folglich begannen Ulgan und Aline sich eifrig durch die Reihen der auf sie zuströmenden Gnolle zu Hacken. Alviss goss zunächst einen rötlichen Trank in sich hinein, woraufhin er einen feurigen Odem auf einen Mob an Gnollen losließ. Arinar setzte geistesgegenwärtig eine Wand aus Feuer durch die Reihen der abscheulichen Hyänenwesen, in der sie mit ihrem leicht entzündlichen Fell zu dutzenden im Flammeninferno vergingen. Nun trat auch die Nalfeshnee in das Kampfgeschehen ein, beschwor zwei vrocks, die sofort zu tanzen anfingen, und flog in Richtung von Alviss, um ihm zumindest im Kampf eine Lektion zu erteilen. Wohin Charun Hazzar verschwunden ist konnte keiner der Helden herausfinden, jedoch war es nur zu offensichtlich, dass sich der feige Hund unmittelbar nach dem Ausbrechen des Tumults wegteleportiert haben dürfte. Sirasi flog im sicheren Abstand von der Nalfeshnee über eine Horde von Gnollen und ließ einen gewaltigen Steinhagel über sie niedergehen. Währenddessen ging auch ein eisiger Kältestrahl durch die Mengen, dessen Ursprung von Arkami ausging. Auch Kyrol war eifrig damit beschäftigt sich möglichst unsichtbar durch das Getümmel zu schlagen und hielt auf einen Roten Magier zu, dessen Rücken etwas zu ungedeckt schien, als ihn unversehrt und ohne einen einzigen Schwertstich zu belassen. Arinar erspähte an jenen Stellen, wo sich die Gnoll-Scharen zuvor gelichtet hatten, dass Rashemen-Barbaren wie aus dem Nichts aufgetaucht waren und die Reihen der Gnolle weiter lichteten. Am anderen Ende des Schlachtfeldes befanden sich nun auch Gnolle gegen Frostriesen im Kampf miteinander. Auch der eine oder andere Kampf unter Frostriesen scheint durch den Ausgang des Jarl-Duells entbrannt zu sein. Trotz der flächigen Zauber und dem unentwegten Spalten von Gnoll-Körper durch die Helden drangen ständig neue Gegner nach, die vermutlich weiterhin von den Roten Magiern angestachelt wurden. Also mussten diese in so große Bedrängnis gebracht werden, dass sie fliehen. Auch die Nalfeshnee auf der Seite der Gnolle war eine Stütze der Moral. Also richteten die Helden ihre Aufmerksamkeit auf die Dämonin, sobald sie ausreichend Platz hatten und Arinars Feuerwand die nachkommenden Feinde etwas aufhielt. Die Nalfeshnee setzte zu einem Angriff auf Alviss an, der jedoch die ersten beiden Versuche vom Investigator abgewehrt werden konnten und nur der Dritte Schlag mit einer Klaue sein Ziel fand. Diese Gelegenheit, die Nalfeshnee so nahe am Boden zu haben nutzten gleich mehrere Helden. Sirasi schickte einen weiteren Steihagel auf die Dämonin, der ihr erheblich zusetzte. Arinar hatte inzwischen eine Lillend Azata beschworen, die stimmte ein bardisches Lied an, dass die Courage der Abenteurer stärkte. Angetrieben von neuem Mut, nahm Aline Anlauf auf die Dämonin, während Ulgan ihr den Rücken von den Gnollen freihielt. Aline konnte einen Treffer einer herabhängenden Fettschwarte der hässlichen Nalfeshnee anbringen, jedoch flog sie noch ein Stück zu hoch, um einen tödlichen Treffer zu landen. Im Gegenzug ging plötzlich ein unheiliges Licht von der Nalfeshnee aus und schoss in alle Richtungen, der vor allem Ulgan und Sirasi wie benommen taumeln ließ. Die übrigen Helden konnten sich gerade noch erfangen, waren aber ohnehin schon von den Massen an Gnollen, die sie permanent abwehren mussten angeschlagen. Der Rote Magier in ihrer Nähe schoss einen Strahl aus dunkler Energie auf Arinar, der ihr gänzlich die Kraft rauben zu schien und sie schwebte langsam in Richtung Boden. Daraufhin flog ein weiterer Kältestrahl von Arkami in Richtung des Thayaners, der ihn kurz zu einer Eissäule erstarren ließ. Ulgan und Sirasi schienen sich von dem unheiligen Licht noch nicht erholt zu haben und auch Arinar schien schwer angeschlagen. Ulgan dürfte auch bald die Luft ausgehen, da er unentwegt von Gnollen bedrängt wurde. Also goss Alviss Aline eine Flugextrakt in den Rachen und schon mit ihrer nächsten Aktion hieb sie wie wild auf die Nalfeshnee ein, sodass sogar einer ihrer viel zu kleinen Flügel in blutige Fetzen gehackt wurde. Durch die schweren Treffer von Aline stark verwundet sank die Dämonin auf den Boden, wo sie noch versuchte Alviss den Gar auszumachen, bevor sie vermutlich versuchte zu fliehen. Doch diesmal war der Halb-Elf noch besser gewappnet und versetzte ihr auf einen ihrer kläglichen Angriffversuche eine ordentliche Riposte zwischen die Rippen. Arkami torpedierte einstweilen den Roten Magier mit einem Flammenschlag, während Kyrol gezielt sein Kurzschwert im Rücken des Magiers versenkte. Dies war wohl mehr als ausreichend für den Magier, um endlich das Weite zu suchen. Gerade konnte er noch mitverfolgen wie die Nalfeshnee in einer Kaskade aus Schwerthieben und Rapierstichen unterging und sich in dunklen Rauch und widerlichen gräulichen Schleim auflöste, bevor er selbst das Bewusstsein verlor, nachdem ihm grünlich-schwarzer säurehaltiger Ball beim Fluchtversuch hinterherflog.

Die Helden-Gruppe versammelte sich geschunden und gezeichnet nach diesem irrsinnigen Schlachtengetümmel auf einem Fleck, auf dem sich die Gnollleichen nicht ganz so hoch stapelten und empfingen die herannahenden Barbaren mit Freude. Die Gnolle oder zumindest was von ihnen übrig geblieben ist haben sich in alle Himmelsrichtungen verstreut und sind geflohen. Die Frostriesen haben ihren Beitrag dazu geleistet. Die Clans scheinen sich zum Großteil einig darüber zu sein, wie die Entscheidung den Angriff auf Aurils Zapfen sein zu lassen und ein neues Königreich mit Hilfe des wiedergefundenen Artefakts zu gründen gefällt wurde. Zwischen den Barbaren und den Frostriesen wurde ein Pakt vereinbart sich gegenseitig nicht anzugreifen. Dieser sollte zumindest für mehrere Perioden des Frostriesen-Kalenders, umgerechnet etwa 70 Jahre, bestand haben. Nachdem die ersten Wunde versorgt waren, kehrten die Helden mit den Barbaren zurück in die Festung von Auril. Dort wurde ihnen noch ein Festmahl aufgetischt und der Dank Aurils mehrmals ausgesprochen. Der Abschied wirkte jedoch gar ein wenig harsch. Durch die Erfüllung ihrer Aufgabe verloren sie das Zeichen Aurils wieder und die meisten damit einhergehenden Vorteile für die Abenteurer. Des Weiteren durften sie noch eine Nacht hier verweilen, mussten aber innerhalb der kommen 24 Stunden den Zapfen verlassen oder sie werden unter Zwangsmaßnahmen von hier entfernt. Der Dank hielt sich scheinbar doch sehr in Grenzen, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Die Helden waren froh diese Aufgabe endlich erfüllt zu haben und sich anderen dringenden Angelegenheiten zu widmen, wie die Vernichtung des Wendigos. Die Roten Magier wurden zumindest von diesem Plan abgebracht und mussten einen herben Rückschlag im Kampf um den Norden hinnehmen. Allerdings wird ihre Rache nicht allzu lange auf sich warten lassen. Wenn auch die Helden nicht direkt davon betroffen sein werden, werden sie ihr Netz an anderer Stelle weiterspinnen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen ihre Fänge nach den Rashemen-Forschern auszustrecken…

Friday, December 29, 2023

Die endlosen Prüfungen des Fjelljarl

Düster und eisigkalt tritt den Helden das Fjelljarl entgegen. Allerdings war von einer heldenhaften Prüfung für zukünftige Herrscher der Frostriesen nichts anderes zu erwarten. Die Helden waren noch nicht allzu weit in die frostigen Höhlen eingedrungen, mussten jedoch bereits einiges von ihren Kräfte einbüßen. Die ersten drei Räume der Prüfung hatten bereits einige Fallen und Hindernisse parat, die es zu überwinden galt. Darüber was das Ziel dieser Prüfung sein sollen, waren sich die tapferen Helden sehr wohl bewusst. Wie sie genau zu dem sagenumwobenen Frostriesenartefakt gelangen sollten allerdings nicht so recht. Die Höhle in der sie sich befanden wirkte wie eine natürlich entstandene Tropfsteinhöhle, die leicht angefroren ist. Der Zugang sowie der Gang zu ihrer linken und der Gang nach Vorne, der tiefer in den Berg führt dürften jedoch grob nachbearbeitet worden sein. In jedem Fall ließen die Durchgänge ausreichend Platz das ohne Probleme zwei der Helden nebeneinander gehen konnten. Schließlich ist es ja auch eine Prüfung für Frostriesen. Die Wesen in diese Höhlen bewohnten behelligten die Helden nicht weiter und versteckten sich im Halbschatten. Und nachdem die Abenteurer nach dem Lösen der ersten Rätsel die Runen „N“ und "J" präsentiert bekommen hatten, konnte man bereits erahnen was im weiteren Höhlenkomplex warten dürfte… Viele gefährliche Rätsel, die zu einem Buchstabenrätsel führen, dass eine geheime und enorm gut geschützte Tür im hintersten Winkel des Labyrinths öffnet, wo sich das Artefakt befindet, vermutlich von unwahrscheinlich starken Wachen beschützt. Die Kirsche auf dem Topping wäre, wenn der Artefakt auch noch verflucht sein sollte, dachten einzelne Helden. Das waren allerdings Probleme von morgen, denn die Helden sehnte sich nach einem erholsamen Nachtlager in Mitten der tiefen und eisigen Dunkelheit dieser Höhlen und so kehrten sie zu Treppenabgang im Vorraum zurück, um sich auszuruhen. Trotz des mehr als unguten Gefühls verging die Nacht ohne gröbere Zwischenfälle. Die geisterhaften Frostriesenjarls aus der Eingangshalle über ihnen scheinen sich mit dem Gedanken abgefunden zu haben, dass Nicht-Frostriesen die Prüfung angetreten haben, seitdem die Helden sich knapp im Kampf gegen sie durchgesetzt hatten. Was den meisten mehr Sorgen bereitet, war der hinterhältige Wendigo, der ihre Fährte seit einigen Tagen aufgenommen haben dürfte und ihnen allem Anschein nach auch im tiefsten Wintersturm bis vor den Eingang dieser Höhle gefolgt war.

Am nächsten Morgen beschlossen die Helden das Labyrinth zügig in Angriff zu nehmen und die Zauberwirker unter ihnen bereiteten entsprechende Zauber vor. Bevor sie allerdings tiefer in die Höhlen vordrangen erinnerte sich Alviss an die seltsam gefärbten Bäume in der Vorhalle zu den geisterhaften Jarls und die Nymphe die darin lebte. Da sie davon berichtete, dass die Jarls, die sich der Herausforderung stellen wollten, diese Früchte vorher genossen hatten, um dadurch besondere Fähigkeiten von Tiamats zu erlangen. Auf diese Weise gestärkt konnte man seine Überlebenschancen zumindest um ein paar Prozent erhöhen, wenn auch nicht wesentlich. Denn in mehreren Arealen der Höhlen herrschten Zonen in denen man nicht auf das Netz der Magie, das alles umspannt, zugreifen konnte. Folglich war es zumindest einen Versuch wert sich durch die Früchte etwas an besonderen Fähigkeiten anzueignen, auch wenn sie einem von einer bösen Gottheit verliehen werden. Alle blickten Alviss ein wenig skeptisch an, denn die Früchte könnten ebenso gut auch giftig, verflucht oder mit wer weiß was für schrecklichen Zaubern belegt sein. Die Lage der Helden und die Liste der Dinge, der sie sich eigentlich widmen mussten, wie einen entscheidenden Stellvertreter-Krieg zwischen Roten Magiern und Rashemi-Barbaren verhindern, in den Neun Höllen nach einem bestimmten Buch suchen, ohne dabei ihre Seelen zu verlieren oder überhaupt ein weltenverschlingendes Inferno von Dämonen und Teufeln auf der materiellen Ebenen abzuwenden, wurde immer länger und dringlicher, also erklommen alle die Treppe in Richtung Geister-Jarl-Ratssaal. Noch bevor sie oben ankamen, kamen bedenken von Arinar und Sirasi. Was, wenn der Wendigo bereits auf sie warten würde und sie nun gar nicht auf ihr vorbereitet sind? Wenn es der Wendigo schaffen würde die etwas willensschwache Aline in die Flucht zu schlagen und sie würde selbst als Wendigo wiederkehren? Arkami blickten etwas gelangweilt den Treppenabgang nach oben und fragte sich nur, ob wohl ein halbes Dutzend Geister-Jarls dem fliegenden Schrecken mit Hirschgeweih den gar ausmachen könnten, oder ob sie zumindest gewillt wären den Helden im Kampf gegen ihn unterstützen würden. Alle waren sich einig es möglichst mit einer Vermeidungstaktik zu versuchen, also bereitete Sirasi ihr Hexenauge vor, um den Ratssaal und die Vorhalle zu erkunden. Als da Auge langsam nach oben schwebte, war kein Ton zu hören und niemand zu sehen, nicht einmal die Frostriesengeister. Da das Auge den Ratssaal sehr gründlich erkundete, kam es gerade noch bis zu den paar Stufen, die vom Saal in die Vorhalle führten und löste sich auf. Die Luft schien jedenfalls rein zu sein und so sprachen Arinar und Alviss noch ein paar Erkundungszauber und betraten den Saal. plötzlich manifestierten sich die Geister-Jarls wieder, allerdings saßen sie nur stumm auf ihren steinernen Thronen und beachteten die Helden nicht weiter. Nach etwa 10 Minuten Suche waren sich alle einig, dass hier niemand lauerte, auch kein unsichtbares Wesen. Vorsichtig und heldenhaft fluchtbereit näherte man sich der Vorhalle. Alles blieb ruhig und noch bevor die Helden den Raum mit den magischen Obstbäumen betraten, wurden weitere sinnesschärfende Zauber von Alviss gesprochen, sodass er sogar eine Grille durch den noch immer wütenden Schneesturm hätte hören können, die hunderte Kilometer westlich von hier neben den gesprengten und verfaulenden Überresten an einer felsigen Klippe ein bewegendes Requiem für die ehemalige verfluchten Hütte zirpt. Doch auch in diesem Fall war keine Spur von dem gefürchteten Unwesen zu bemerken. Lediglich der Sturm dürfte ein wenig nachgelassen haben und auf natürliche Weise um den Höhleneingang herumzuwehen. Auch von der Nymphe war keine Spur weit und breit, also pflückte sich nach reiflicher Überlegung jeder der Heldinnen und Helden eine Frucht, die an wenigsten giftig aussah und schlang sie rasch hinunter. Bald darauf überkam alle ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und die Innereien verkrampften sich plötzlich. Es schien bereits so, als ob die in allen Faul- und Schimmelfarben leuchtenden Früchte doch giftig für Nicht-Frostriesen seinen, als die Krämpfe allmählich wichen und sich ein Gefühl von übernatürlicher und etwas bösartiger Kraft in jedem ausbreitete. Jeder spürte, dass ihnen die Kraft Kostchtchies hold sein würde, zumindest für die kommenden Stunden. Gestärkt und ohne Wendigo-Überraschung eilten die Helden zurück in die eisigen Höhlen, um die Prüfung fortzusetzen.

Als nächste Prüfung wartete ein scheinbar mehrere hundert Meter langer und im Durchmesser etwa fünf Meter dicker Baum, der über eine dunkle Schlucht führte. Der Boden war kaum zu sehen, jedoch konnte der eine oder andere Held spitze Zacken wahrnehmen zu können, die ihnen von unten entgegenschauten. Die Aufgabe schien recht klar zu sein: In einem Stück den etwas angeeisten Baumstamm zu überqueren und nicht abzurutschen, um daraufhin von spitzen Felsen aufgespießt zu werden. Auch hier erkannten die Abenteurer mit hoher Sinnesschärfe, dass es nicht ganz so einfach wird Denn in der Decke eingelassen befinden sich beinahe unsichtbare aber gewaltige Schlögel, die durch einen gewissen Mechanismus ausgelöst werden und mit voller Wucht gegen de Baumstamm donnern oder der Länge nach darüber hinwegfegen. Die Vibrationen wären wahrscheinlich so stark, dass alle darauf stehenden Personen das Gleichgewicht verlieren und in die Tiefe stürzen. Das Wegfegen würde anders von statten gehen, aber mit demselben Ergebnis. Der Plan ist, dass Alviss mit einem Flugzauber versehen zu den Schlögeln fliegt und sie nacheinander entschärft. Da sie bei dem Versuch dennoch ausgelöst werden könnten, machten sich die übrigen Helden, jeder mit einer individuellen Taktik bereit den Schlag auf den Stamm zu überstehen. Alviss näherte sich dem ersten Schlögel bis auf einige Meter als scheinbar seine Nähe ausreichte, um die Falle auszulösen. Er hörte noch ein leises Klicken, bevor sie der massive Schlögel aus seiner Einbuchtung löste und in Richtung Baumstamm raste. Die Helden auf dem Stamm waren indes bereit für den Aufschlag. Aline vertraute fast zur Gänze auf ihre Stärke und wurde zusätzlich durch ein Seil, dass das Luftelementar im Flug um den Stamm wickelte, gehalten. Ulgan von Kette stellte sich dem Aufprall mit seinen schieren Sturheit. Sirasi und Arinar schauten sich das Spektakel in Sicherheit vom Anfang des Baumstammes an. Und Arkami hatte eine geniale Idee die auf einem physikalischen Prinzip zu beruhen schien, den sie in irgendwann irgendwo in ihrer Ausbildung einmal aufgeschnappt zu haben glaubt. Dann krachte der Schlögel mit einem dröhnendem Geräusch und mit voller Wucht auf dem Baum, sodass alle Helden von einer Schockwelle durchfahren werden. Aline verlor zwar etwas das Gleichgewicht, konnte sich aber durch das Seil gerade noch vor einem Absturz retten, Ulgan blieb durch seine gestählten Muskeln ebenso standhaft. Sirasi und Arinar bekammen nur eine leichte Druckwelle am Ende des Stammes mit. Arkami hingegen passte das Timing für den Absprung gut ab, landete doch viel zu früh wieder auf dem Stamm, der sich immer noch in starker Schwingung befand. Prompt rutsche sie schreiend von der eisigen Rinde ab und schlitterte den Stamm seitwärts hinunter. Jede Rettung war zu spät und sie fiel ungebremst in die Dunkelheit und krachte ungebremst in die steinernen Spitzen. Alle blickten schockiert nach Arkami und riefen ihr hinterher. Alle lauschten gespannt und das Luftelementar machte sich auf Befehl von Arinar sofort auf die Suche nach dem Unfallopfer. Noch bevor das Elementar Arkami fand röchelte sie in Richtung Mitstreiter, dass sie überlebt hat und sie die meisten Zacken verfehlt hat. Nur ein kleinerer hat sich ernsthaft durch ihren Oberschenkel gebohrt, aber dass kann sie schließlich selber behandeln. Als Arinar dem Luftelementar bei der Bergung des Orakels zu sieht kommt ihr plötzlich ein Geistesblitz… das Elementar könnte doch alle Helden nacheinander auf die andere Seite fliegen. Diesen Gedanken scheint der Zauberkundige halblaut ausgesprochen zu haben, denn Sirasi sah ihn ernst an und schlug sich augeverdrehend die flache Hand auf die Stirn. Zwischenstand, Zauberkundige mit Spezialisierung in Beschwörungen – 1, Arkamis Wissen in grundlegenden Prinzipien der Physik – 0. Während sich die Helden bereit machen mittels Luftelementar über die breite Schlucht transportiert zu werden, erkennt Alviss den Auslösemechanismus der Schlögel. Es handelt sich dabei um magische Augen, die sich an der Decke befinden und die Schlögel auslösen sobald sie erkennen, dass sich jemand auf dem Baumstamm und in Reichweite der Falle befindet. Alviss entschließt sich auch diese Mechanismen und die weiteren Fallen zu entschärfen, um zumindest den Fluchtweg frei zu halten, sollte etwas gravierendes schief gehen. Danach sammeln sich alle auf der anderen Seite des Stammes und setzen gemeinsam die Prüfung fort.

Die Abenteurer gingen vorsichtig durch einen in Stein gehauenen Gang, allen voran Kyrol und Alviss als geschulte Fallensucher, der sich nach einigen Metern zu einer größeren Halle öffnete. Zu erkennen war ein nur durch Lichtzauber der Helden schwach erleuchteter Raum auf dessen Boden einige Felsen herausstanden und von dem scheinbar mehrere Höhlen wegführten. Nachdem kein Laut zu hören und kein Schatten vorbeihuschen zu sehen war, gingen Alviss und Kyrol die Wand zu ihrer Linken entlang und tasteten sich so durch den Raum. Nach Kurzem erblickte Alviss im Lichtschimmer zwei Skelette die Mittig in Raum lagen. Aus der Entfernung war es schwer zu erkennen, aber es dürfte sich um die Überreste zwei humanoiden Echsen oder Reptilienhandeln die noch Waffen, ein Scimitar und einen Speer, zum Zeitpunkt ihres Todes in den Händen hielten. Alle waren sich rasch einig, dass hier etwas wie immer nicht mit rechten Dingen zu geht und hielten kurz Rat. Kurz darauf entschied man sich kampfbereit den Skeletten zu nähern. Noch bevor man die Leichen besser in Augenschein nehmen konnte, machte sich ein noch lebender Echsenmensch bemerkbar, der mit gezückter Waffe hinter einem Felsvorsprung hervorlugte. Aline riet dem etwas ängstlich wirkenden Echsenwesen die Waffe zurückzustecken, oder sie wird ihn persönlich entwaffnen. Mit etwas mehr Diplomatie versucht es Kyrol und nach Kurzem gegenseitig verbal abtasten kann man sich zumindest darauf einigen, dass man keine unmittelbare Gefahr füreinander darstellt. Der Echsenmensch erklärt ihnen, dass er und seine Kumpanen hier auf der Jagd nach Schätzen waren, als sie einer nach dem anderen plötzlich von einem Wahn befallen wurden und sich gegeneinander aufhetzten. Der Rückweg war für ihn allein unpassierbar und so harrte er hier aus. Er will nur noch raus hier und nachdem ihm die Helden versichern, dass der Weg nach draußen ungehindert passiert werden kann (den eventuell vor der Höhle lauernden Wendigo erwähnten sie nicht ausdrücklich) machte er sich rasch und ohne weitere Worte zu verlieren davon. Was blieb war die Stille und die bedrohliche Dunkelheit der drei neu entdeckten Gänge, die im Osten, Süden und Westen von der Höhle fortführen. Bei der gründlichen Untersuchung des Raumes konnte an einer Wand eine Rune im alten Riesen identifiziert werden, die den Buchstaben „R“ bedeutete. Ein weiterer Hinweis auf das wahrscheinlich finale Rätsel. Nach der Begutachtung der bei den Echsenskeletten gefundenen Waffen entschied man sich den Weg nach Westen einzuschlagen, im Wissen, dass die Heldengruppe ohnehin jede Abzweigung untersuchen müssen wird, um das Artefakt in die Hände zu bekommen. Vor allem Arkami schien irgendwie besonders interessiert an dem mächtigen Artefakt zu sein und schien ab und zu gedankenverloren über eine Vision nachzugrübeln und etwas unverständliches in einer anderen Sprache zu brabbeln, dass wie eine Mischung aus „Globus“ und „Homunkulus“ klang. Seltsam war nur, dass sie daraufhin hämisch grinsend in die Leere blickte, bevor sie scheinbar wieder zur Besinnung kam.

Vorsichtig wagte sich die Gruppe in den nächsten größeren Raum. Ein auffällig großer eingestürzter Boden, der ein dunkles Loch freigab, wurde vorerst nur zur Kenntnis genommen. Auf einer leicht stufig erhobenen Ebene konnten die Helden einen in den Steinboden eingeritzten rechteckigen Raster erkennen, der aus 4 mal 4, also 16 Feldern bestand. An zwei Seiten waren aus weißlich-gelben Wachs brennende Kerzen aufgestellt, die im Zusammenhang mit den jeweiligen Reihen der Felder stehen durften. Nicht weit von diesem spielbrettartigen Aufbau lagen neun massive Schädel auf einem Stapfel, die scheinbar von Frostriesen stammen durften. Nach Fallen suchend näherten sich Kyrol und Alviss und erkundeten das Rätsel dieses Raumes. Da keine unangenehme Überraschung auffinbar war erkundeten allen Helden den Aufbau des Rätsels und in diesem Moment ging ein Hauch durch den Raum der die Lösung des Rätsel preis gab, allerdings in kryptischen Worten (Bitte die Verse einfügen Stefan). Selbst die klügsten Köpfe unter den Helden grübelten lange vor sich hin und versuchten sich an Rechenspielen mit der Anzahl der Kerzen und der Schädel, allerdings führte es nicht zum Erfolg. Nach längerem hin und her war es schließlich eine Eingebung von Sirasi und Arkami, die anfingen konzentriert Schädel auf den Feldern zu verteilen. Anscheinend stand die Anzahl der Kerzen für die Anzahl an Schädel, die in einer Reihe platziert werden müssen. Nach nur wenigen Minuten lagen die Riesenschädel an der richtigen Stelle und es erschien die Rune für den Buchstaben X. Sofort notiert zu den bisherigen Buchstaben hinzugefügt.

Nun wandte man sich dem Loch im Boden zu, wobei sich zuerst Alviss vorsicht mit einem Seil hinabschwang und durch seine magische Dunkelsicht nicht bis am Ende des verborgenen Tunnels sehen konnte. Nach kurzer Diskussion wer sich diesmal als erstes Vorwagen sollte, meldet sich Ulgan lauthals zu Wort und preschte in die Dunkelheit vor. Die Helden lauschten den flotten und leiser werdenden Schritten Ulgans in den Tunnel. Nach nur etwas mehr als einer Minute hörten sie plötzlich lautes verzerrtes Geheul und einen lauten Schrei Ulgan’s und kurz darauf noch raschere Schritte wieder in ihre Richtung kommen. Außer Atem und ziemlich blass kam Ulgan wieder bei den Helden angehechelt. Etwa zittrig keuchte er etwas von verfluchten Truhen und Frostriesengeistern, die herumspukten. Als das Geheul verstummte beschlossen die Helden sich die Situation näher anzusehen und wiederum gingen Alviss und Kyrol voran, um Fallen zu entschärfen, die jedoch nicht im Tunnel auffindbar waren, da sie Ulgan sonst bereits ausgelöst hätte. Die Helden betraten einen großen Raum, in dem sieben Kisten großzügig in zwei Reihen aufgestellt waren. Sie dürften entweder aus Rotbuchen- oder Nussholz zu bestehen und waren mit einem dreistelligen Zahlenschloss versehen. Die Magiebegabten der Gruppe erkannten sofort, dass die Truhen magisch gesichert waren und nur die richtige Zahlenkombination ein folgenloses Öffnen der Truhen ermöglichten. Ulgan trat an eine Kiste heran und meinte, dass er sich an dieser mit brachialer Gewalt versucht hatte, allerdings ohne Erfolg und mit geisterhaften Nachspiel. Arinar grübelte kurz und zog darauf einen Notizzettel hervor, auf dem er sich dreistellige Zahlenkombinationen notiert hatte, die er in einer Kammer zu Beginn der Frostriesenprüfung entdeckte. Und wieder begann es in den Köpfen der Helden zu rattern und eine Weile kombinierten alle vor sich hin und wägten Kosten und Nutzen eines „Trial-and-Error“-Ansatzes ab. Nach einer Weile hatte Alviss genug von den Diskussionen und kündigte einen ersten bzw. zweiten Versuch, wenn man Ulgan’s Voruntersuchung mitzählt, an. Schnell ging die übrige Gruppe zurück in den Tunnel und warteten ab was passiert. Als Alviss eine Kombination einstellte und an dem Schloss zog hörte er bereits das Aufkommen von Geheule und Getöse. Dank seines feinen Gehörs und seiner flinken Halbelfenbeine gelang ihm die Flucht zu seinen Mitstreitern bevor sich der Raum mit Geistern füllte. Gespannt schauten die Helden dem wirren Treiben zu und warteten bis es abebbte, bevor sie erneut über die Kombinationen grübelten. Nach einigem hin und her und ein zwei weiteren erfolgslosen Versuchen voller geisterhaftem Getöse, schafften es die Helden schließlich den Zahlenkombinationen auf den Grund zu gehen. Die Zahlen schienen mit der Position der Kisten in den zwei Reihen und mit der Holzart, aus der sie gezimmert waren in Zusammenhang zu stehen. Die Geduld mit den Zahlenspielereien schien sich ausgezahlt zu haben, denn es befanden sich einige Tausend Goldmünzen, mehrere hundert Platinmünzen und einiges an wertvollem Schmuck darin, sowie ein schweres Dunkelholzschild und eine enorm große und schillernde Prunkrüstung.

Schwerstens beladen kletterten die Abenteurer mit Ulgan wieder aus dem eingestürzten Loch in den größeren Raum mit dem Schädelrätsel. Da die geborgenen Schätze zu schwer waren, um sie durch das halbe Fejelljarl zu tragen, bunkerten sie die Gegenstände erst einmal in diesem Raum und machten sich auf in den nächsten Gang. Erneut geführt von Alviss und Kyrol gingen die Abenteurer einen längeren Gang entlang, der überraschend wenig Fallen und Aufregung bot. Erst nach einer lang gezogenen Rechtskurve erspähten sie ein etwa drei Meter großes Loch, dass sich von schräg unter dem Gang auftat. Nach genauerer Inspektion der Geologen und Höhlenforscher unter den Helden, war klar, dass dieser Tunnel nicht auf natürlich weiße entstanden war. Der Tunnelwandung hatte eine leicht gewellte Form und das Material, durch dass er gegraben wurde, war hartes, aber natürliches Felsgestein im Gegensatz zu dem tiefschwarzen und beinahe Lichtabsorbierenden Gestein, aus dem die Höhlenwand des Ganges bestanden, durch den sie gerade gegangen waren. Die Magiewirker spürten, dass ihre Fähigkeiten nahe an dem Loch an Kraft gewannen, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Es dürfte wohl an dem Gestein in diesem Höhlenkomplex liegen, der auf übernatürliche Weise magische Fähigkeiten unterdrückt. Da die fachkundige Meinung über den Verursacher entweder Richtung älterer Remorhaz oder Richtung Drache, wenn nicht sogar Gestein-desintegrierende Beholder ging, verwarfen die Helden die Idee sich in den Tunnel zu wagen und folgten dem Gott Tiamat gewollten Weg der Höhle. Nach kurzer Zeit gelangten sie in einen schlecht ausgeleuchteten Raum mit einer leicht bläulich schimmernden Kugel auf einem Podest in der Mitte des Raumes. Zahlreiche Stalagmiten und Stalagtiten ragten in den Raum hinein und warfen bizarre Schatten an die Wände. Nun war erneut Kyrol an der Reihe nach Fallen zu suchen und wagte sich vorsichtig und prüfenden Blickes in Richtung der leuchtenden Kugel vor. Glücklicherweise schienen keine Fallen auf die Helden zu warten, doch als er in die unmittelbare nähe der Kugel kam, manifestierte sich ein muskulöser Schatten an der Wand, der etwas zu gestikulieren Schien. Scheinbar dürfte der Schatten, seiner kräftigen Statur und Größe nach, ein Frostriesenbarbar sein, der auf der Suche nach seiner verlorenen Axt ist. Sobald allen bewusst war, wonach gesucht werden sollte, schwärmten alle Helden aus und machten sich auf die Suche. Jedoch gestaltete sich dies nicht ganz so einfach, den die Axt schien ebenso schattenhaft wie ihr Besitzer. Erst nach etwa einer halben Stunde suche wurde schließlich Alviss auf eine fast unsichtbare Axt in einem dunklen Spalt zwischen zwei Stalagmiten aufmerksam, die er dem Schattenfrostriesen überreichte. Dieser öffnete in seiner Dankbarkeit einen Geheimgang in einen scheinbar leeren Raum. Doch auch hier konnte bei genauerem Hinsehen ein weiterer Buchstabe der Prüfung entdeckt werden, wobei es sich dabei um ein „T“ handelte.

Voll Tatendrang und dem Ziel bereits relativ nahe eilte die Gruppe zurück in den Raum, wo sie die Schätze aus den Truhen zwischengelagert hatten, und folgten dem dritten Gang, der von ihm wegführte. Dieser drehte sich wie eine Spirale in die Tiefe und erst nach etwa fünf ganzen Windungen kam ein länglicher Raum zum Vorschein. Zum entsetzen der Helden sahen bereits aus einiger Entfernung steinerne Figuren von mehreren Gestalten. Arinar und Sirasi spürten durch ihre magisch geschulten Augen sofort, dass es sich dabei um humanoide Kreaturen handelt, unter anderem einen Barbaren, einen Echsenmenschen und mehrere Frostriesen. In nicht allzu großer Entfernung dahinter lag ein lang gestrecktes Skelett eines Basilisken, dessen Todeszeitpunkt, nach rascher Untersuchung des Gruppenveterinärmediziners Arkami, auf vor mehreren hundert Jahren geschätzt wurde. Die Gefahr schien also gebannt und nach wenigen Minuten der Erkundung wurde auch hier eine Rune mit der Bedeutung „U“ entdeckt und notiert.

Nach diesem glücklicherweise harmlosen Raum nahmen sich die Helden den nächsten Gang in der größeren Halle mit den erschlagenen Echsenmenschen vor, den sie noch nicht erkundet hatten. Dieses Mal führte Alviss die Gruppe an und konnte in dem schmalen und nur wenige Meter weit reichenden Gang kein Fallen entdecken. Plötzlich fanden sich die Helden vor einem mindestens 100 Fuss langem Becken vor sich, in dem sich Wasser befand, reglos und scheinbar spiegelglatt. Nach kurzer Beobachtungszeit und einer Diskussion, wie man das Wasser überqueren könnte, ohne durchschwimmen zu müssen, da die dunkle Farbe des Wassers nicht besonders vertrauenswürdig erschien, konnten die Aufmerksamsten der Helden schattenhafte Schemen im Wasser erkennen, die sich in einigen Metern Tiefe im Wasser tummelten und nur darauf warteten einen unliebsamen Badegast in die Tiefe zu ziehen oder gleich im Ganzen zu verschlucken. Die scheinbar einzige Möglichkeit das Becken zu überqueren waren glatte Wände oder Eisenstangen an der Decke, mit denen man sich von einer zur nächsten schwingen kann. Arinar räusperte sich und deutete auf sein Luftelementar. Ulgan machte große Augen und schwafelte grinsend etwas von Arinars großartiger Idee das Luftelementar gegen die Ungetüme in der Tiefe des Beckens kämpfen zu lassen, wobei es Ulgan selbstverständlich unterstützen wolle. Arinar klatsche sich mit einem klagenden Seufzer die Hand ins Gesicht und stieg auf das Elementar, ebenso wie Aline und Alviss, worauf sie gemütlich und ohne jeglichen halsbrecherischen Aufwand auf die andere Seite des Beckens flogen. Dort angekommen folgten sie einem kurzen Gang in einen runden Raum, der eine weitere Rune „O“ preisgab. Ohne Umschweife flogen sie mittels elementarer Hilfe zu ihren Gefährten zurück und begaben sich zurück in größere Halle. Nun stand ihnen nur noch ein Gang offen, abgesehen von dem Remorhaz eingefrästen Gang ins Nichts. Folglich musste dieser zum Ziel der Prüfung, dem heiligen Artefakt der Frostriesen führen.

Gesagt, getan, fanden sich die Abenteurer vor einem Schachbrettartigen Feld wieder, dass von einer Seite des Raumes zur anderen Seite reichte und die Helden von einem mächtigen Portal trennte. Auf den Feldern war nichts zu erkennen, aber offensichtlich handelte es sich um das finale Rätsel, für dessen Lösung wahrscheinlich die Runen dienen dürften, die in den einzelnen Räumen des Fejelljarl verborgen waren. Durch die magischen Einsichten, die Sirasi und Arinar genossen, wurde schnell klar, dass starke Magie auf den Feldern vor ihnen lag und vor allem das Portal am Ende des Raumes nicht zu öffnen sein wird, außer man löst das vor ihnen liegende Rätsel. Relativ rasch entschlossen sich Alviss und Sirasi das Rätsel in Angriff zu nehmen. Alviss versuchte sich auf eines von zwei Feldern zu stellen, die scheinbar den Start markierten. Sirasi platzierte sich auf dem zweiten Feld. Plötzlich erschienen in der Reihe vor ihnen Runen auf den Feldern. Auf den fünf Feldern, die den Raum von links nach rechts ausfüllten schienen die Runen „U, J, H, R“ und „F“. Sirasi und Alviss schauten sich grübelnd an und berieten sich kurz darauf mit ihren Mitstreitern. Nach einiger Zeit (und eventuell einer erleuchtenden Eingabe durch den DM) kamen die Helden auf die Lösung. Die Runen, die sie gefunden hatten, bilden das Wort, dessen Runenabfolge man auf den Feldern nacheinander betreten musste, um wahrscheinlich heil an das andere Ende des Raumes zu gelangen. Aber welches Wort könnte dies sein? Arinar und Kyrol begannen bereits mehrere Anagramme aus den entdeckten Buchstaben zu bilden, bis sie schließlich auf das Wort „JOTUNAR“ kamen, was übersetzt soviel bedeutete wie „Frostriesen“(?). Überzeugt von der Lösung begaben sich Sirasi und Alviss erneut auf die Startfelder und Alviss stieg auf das Feld mit der Rune „J“. Erst tat sich nichts, doch dann erschienen weitere Runen auf der darauffolgenden Felderreihe. Sirasi versuchte das Rätsel zu überlisten und nutzen einen Flugzauber, um über die Felder hinwegzugleiten. Leider ohne erfolg, denn eine unsichtbare magische Barriere warf sie gewaltsam zurück an den Anfang des Raumes. Davon etwas eingeschüchtert setzte Alviss den nächsten Schritt auf das Feld mit der Rune „O“. Nichts passierte, außer das Erscheinen weiterer Runen in der Reihe vor ihm. Die Helden scheinen tatsächlich das Rätsel des Fejelljarl gelöst zu haben und erreicht binnen weniger Minuten alle samt das Portal zum innersten Heiligtum dieses Höhlenkomplexes. Als sich die Helden dem Portal näherten begann sich die zwei schweren Steinplatten, aus denen es bestand, langsam und schwerfällig auf die Seite zu schieben und gaben eine kreisrunde Halle mit einem Kuppeldach preis, dessen Decke in weiter Ferne schien. Fackeln an den Wänden tauchten den Raum in ein rötliches Licht und im schwachen Lichtschein war eine gigantische Statue der Gottheit Kostchtchie, die beinahe Lebensecht wirkte mit seinem dunklen rotglühenden Augen und seinem gewaltigen Hammer in der Hand, bereit unwürdige Eindringlinge zu zerschmettern. Bei diesem Anblick ging den meisten Abenteurern bereits ein Schauer über den Rücken, so auch einigen der Helden. Folglich war die Begeisterung über das Erreichung des Ziels nicht überbordend. Kurz abwartend, ob sich etwaige Gefahren auftun, entschieden sich Aline, Alviss und Ulgan die Halle vorsichtig zu betreten. Gleich beim Passieren des Portals spürten sie, dass die dämonische Austrahlung der Statue auf sie einprasselte und sie mit all ihrem Willen dagegen ankämpfen mussten nicht Reisaus zu nehmen. Alle drei konnten sich dem Drang wiedersetzen. Alviss tastete die Umgebung nervös mit seinen Augen ab, konnte allerdings keinerlei Fallen ausfindig machen. Was er jedoch immer deutlicher erkennen konnten waren zwei große Golems, die links und rechts neben einem Podest, vor  Kostchtchies Statue positioniert waren und die drei Abenteurer regungslos anstarrten. Auf dem Podest kniete ein Frostriese, gestützt auf eine mächtige zweischneidige Axt, die mit Runen verziert war und eine magische Ausstrahlung hatte, die ausreichte um Zauberkundige mit einem Blick für Magie erblinden zu lassen. Das musste das gesuchte heilige Artefakt der Frostriesen sein und zwar in den skelettierten Händen des legendären Frostriesenanführers. Über 3000 Jahre sind vergangen, seitdem jemand das Artefakt gesehen hatte und es der Frostriesenkönig mit letzter Kraft hierhergebracht hatte. Das Artefakt pulsierte voller bösartiger Energie, war es doch eine Gabe der Dämonengottheit Kostchtchie. Wer es berührte dürfte wahrscheinlich auch übermenschliche Kräfte erlangen, allerdings konnte er auch vom Bösen in Besitz genommen werden. Der Gedanke lag nahe als erstes Ulgan versuchen zu lassen das Artefakt an sich zu nehmen, nur um etwaige Fallstricke vorab auszutesten. Dies lies sich Ulgan von Kette nicht zweimal sagen und war bereits auf das Podest gestiegen. Er legte seine Hände an den Schaft der Axt und versuchte sie aus dem Griff der Skeletthände zu befreien. Zu Ulgans Überraschung tat sich überhaupt nichts und er begann kräftiger daran zu ziehen. Die knochigen Arme des Frostriesen bewegten sich nun wenige Millimeter, aber der eiserne Griff der Hände lies nicht nach. Ulgans Kopf begann inzwischen bereits rot anzulaufen, aber nach wenigen Minute gab er keuchend auf und wich etwas peinlich berührt über sein versagen von dem Frostriesenskelett zurück. Alviss schien nicht entgangen zu sein, dass die Golems das geschehen scheinbar genau verfolgt zu haben und hatten ihre Hände einsatzbereit auf ihre Waffen, zwei recht große Kriegshämmer, gelegt. Aline beobachtete das Geschehen genau, blickte kurz ihr heiliges Schwert an und steckte es zurück in ihre Rückengehänge. Sie konnte die böse Aura des Artefakts spüren und vernahm auch seltsame Signale ihres Schwertes wahr, dass scheinbar ebenfalls von der dunklen Aura in diesem Raum beeinflusst wurde. Dennoch näherte sie sich dem knienden Frostriesen und legte fest entschlossen ihre kräftigen Hände auf die Axt, um sie dem Frostriesen nach über 3 Millennia der Wache endlich zu entreißen. Aline erging es Anfangs ähnlich wie Ulgan. Der Griff des Skeletts schien sich nicht zu lösen und es schien aussichtslos. Doch Aline lies nicht nach und spannte ihre enormen Muskeln nur noch mehr an. Sie schaffte es die Axt weiter an sich zu reißen, wobei die die Arme des Frostriesen etwas nachgaben. In dem Moment schien sich sich der Frostriesenkönig im Skelett vor Aline zu manifestieren und sich vehement gegen Alines Versuch ihm die Axt zu entreißen zu wehren. Die Umgebung um die Barbarin und ihren Kontrahenten schien zu verschwimmen und alles wurde in schattenhafte dunkle Rottöne getaucht. Eine mächtige bösartige Präsenz begann Aline zur durchströmen, Anfangs nur an den Armen, dann im gesamten Körper. Eine dunkle stimme manifestierte sich in ihrem Kopf, ein grauenhaft verzerrtes gebrabbel, dass sie nicht verstehen konnte. Gleichzeitig verspürte sie die schwindende Präsenz ihres Schwertes, dessen Stimme in ihrem Kopf immer leiser wurde. Es schien als würde der Kampf gegen den eisernen Griff des Frostriesen Jahre dauern und das hin und her zwischen dem mächtigen Schwert Alines und der überwältigenden Präsenz des Artefakts, die immer stärker zu werden schien. Die gesamte Heldengruppe und Ulgan beobachteten das Geschehen mit großer Spannung und sahen wie nach wenigen Minuten Aline als Siegerin aus dieser Finalen Prüfung hervorging. Nachdem sich der Griff des Skeletts löste wich sie drei Schritte zurück und hielt überrascht die gewaltige Axt in der Hand, die sich sofort an ihre Körpergröße anpasste. Jubelnd streckte sie das Artefakt in die Höhe und bewunderte die Runeninschriften auf ihr. Alle Helden jubelten mit ihr über diesen hart erkämpften Erfolg und waren losgelöst voller Freude diesen unheimlichen Ort endlich wieder verlassen zu können, um ihre eigentliche Mission fortzusetzen. Aline wandte sich voller Stolz den Helden zu und die Helden musterten sie aufmerksam. Die Barbarin schien großen Gefallen an der Axt zu finden und schwang sie mehrmals prüfend durch die Luft, sodass ein hoher und irgendwie bedrohlicher Pfeifton entstand. Die Begeisterung kam den Helden nicht wirklich übertrieben vor, ist dieses Artefakt doch ein absolutes Meisterstück an Schmiedekunst und stellt alle Waffen, die die Helden in ihren Besitz hatten in den Schatten, selbst Alines mehrfach verbessertes und verschmolzenes Schwert.

Rasch kehrten die Helden zu den geborgenen Schätzen aus dem Truheraum zurück und füllten ihre Taschen und Rucksäcke damit. Danach ging es geradewegs zurück in die Eingangshalle des Fejelljarl, wo nach wie vor die Geister der ehemaligen Frostriesenhäutplinge saßen. Erneut waren die Abenteurer äußerst vorsichtig beim Betreten der Halle, denn die Gefahr eines unterwarteten Wendigoangriffs bestand nach wie vor. Wenige Schritte nach dem erklimmen der Treppen aus dem Fejelljarl vernahm Alviss bereits eine klagende Stimme aus der Vorhalle, wo sich die magischen Bäume der Nymphe befanden. Es dürfte sich dabei um einen etwas Humanoides, oder gar einen Menschen handeln, der scheinbar nach Hilfe rief. Die Helden hielten regungslos inne und lauschten dem Klagen. Plötzlich rief es die Heldengruppe sogar mit ihrem Namen, was alle besonders misstrauisch machte. Beinahe in Gleichton sagten die Helden zueinander: „Das klingt nach einer Falle!“ Allen war mehr oder weniger bekannt, dass der Wendigo den Willen von Personen mit Leichtigkeit brechen konnten und sie dazu zwingen konnte, seinem Willen bedingungslos zu gehorchen. Im nächsten Moment schlurfte schwer verwundet und mit einem abgerissenen Arm ein Krieger der Roten Magier herein und näherte sich, hilfesuchen mit seinem heilen Arm ausgestreckt, den Helden. Als die Hälfte der Gruppe schon ihre Waffen zücken wollte um dem roten Abschaum den Gar auszumachen, ermahnte sie Sirasi umgehend zur Priesterin von Auril per Teleport zurückzukehren. Soll der Wendigo hier im nirgendwo doch versauern und ihnen hinterherreisen, wenn er möchte. Geschwächt und ausgezehrt sollte die Helden den Kampf gegen das Ungeheuer jedoch nicht wagen. Also wurde mittels raschen Gesten und magischen Worten von Arinar und Sirasi die Rückreise zum Zapfen von Auril angetreten und der entscheidende Kampf gegen den Wendigo vertagt.

Wednesday, December 27, 2023

Von Isolationsnebeln und Frostriesenartefakten

TL:DR

Die Helden finden sich in einem dichten nebeligen Schneegestöber wieder. Der Versuch einen ihrer Mitstreiter zu erkennen scheitert kläglich, denn jeder steht alleine im tiefverschneiten Nirgendwo. Sich zu orientieren fällt den meisten ziemlich schwer und den ihrer Meinung nach richtigen Weg finden erst recht. Also stapfen alle für sich alleine durch den Schnee, nur wenige Meter vor sich erkennend, durch den Nebel. Jedem fällt mehr oder weniger schnell auf, dass die Bäume seltsamerweise in eine Richtung deuten. Das wird als gutes Omen gesehen, wahrscheinlich auch mangels Alternativen. Sirasi findet sich bei einer seltsamen Steinkonstellation wieder, wo ein kleines Drachenartiges Wesen sitzt. Sirasi ist sofort entzückt von dem kleinen Ungetüm und will es überreden mit ihr zu kommen. Als dies scheitert kommt es zu einem kurzen Kampf, aus dem Sirasi als Siegerin hervorgeht und das kleine Drachenwesen ein Portal für sie öffnet. Arinar kommt zu einer kleinen Gruppe mächtiger Bäume, die sich als Baumhirten entpuppen. Auch hier wird nicht allzu lange verbal verhandelt und ein Feuerelementar wird beschworen, dass den leicht entzündlichen Nordmanntannen ordentlich zusetzt und sie ebenfalls ein Portal für Arinar öffnen, um ihr Leben zu verschonen. Arinars Erlebnisse im Totenreich dürften ihren Geist doch ein wenig verdüstert haben und so ruft sie dem Elementar noch während sie durch das Portal hüpft zu: „Töte ihn!“. Aline kommt zu einer steilen Felswand vor der ein paar Felsen liegen. Alles scheint ruhig, doch im schwachen Lichtschimmer erkennt sie Spinnweben. Schon manifestiert sich eine widerwärtige achtbeinige Gestalt hinter ihr und versetzt ihr einen Schlag, nur um nach etwa 6 Sekunden wieder im Nichts zu verschwinden. In dieser Art und Weise geht es weiter. Aline gelingt es allerdings doch mehrere kräftige und gut vorbereitete Hiebe an die Spinne zu bringen und kann ihr ultramagisches Schwert tief in ihren haarigen mehrfachbeäugten Schädel rammen. Es öffnet sich ebenfalls ein Portal für Aline. Arkami findet sich ebenfalls in einer kleinen Baumgruppe wieder und trifft dort auf eine Druidin, die Arkami ebenfalls das Leben mit Zaubern schwer macht. Das Orakel kann sich jedoch nach längeren hin und her durchsetzen und zwingt die Druidin zur Aufgabe und dem Öffnen eines weiteren Portals. Alviss gelangt zu einem Brunnen vor einem Rosenheckenlabyrinth vor dem eine ausgesprochen schöne Gestalt steht. Es scheint eine Nymphe zu sein, die Alviss anbietet sich ihr zu unterwerfen und auf Ewig ihr Sklave zu sein. Alviss winkt ab, kann sich gegen ihre Verzauberungen wehren und sticht solange auf sie ein, bis auch sie fluchend ein Portal für ihn öffnet.

Alle schaffen es aus der verschneiten Einöde und haben sich scheinbar als würdig erwiesen für Auril in den Tod zu gehen, wenn notwendig. Mehr oder weniger erfreut stellen die Helden fest, dass ihre Haut bleicher ist und ihre Haare schneeweiß oder eisblau geworden sind und ihnen die Kälte in der Umgebung deutlich weniger ausmacht. Sie fühlen sich auch in ihren Fähigkeiten gestärkt und werden fortan als Geiseln Aurils nördlich der Eisgratgipfel bekannt sein.

Nun können die Helden der Frostmaid unter die Augen treten und tun dies auch sogleich. Ihnen wird die Aufgabe zuteil, die Frostriesen vom Anriff auf Auril’s Zapfen abzuhalten. Dafür sollen sie ein mächtiges und ururaltes (3000 Jahre?) Frostriesenartefakt aus den heiligen Höhlen der selbigen bergen und es als Druckmittel gegen die Riesen einzusetzen. Denn wer dieses Artefakt in den Händen hält ist auch unangefochtener und uneingeschränkter Herrscher über die hirnlosen Frostriesenstämme, was den Helden nicht erstrebenswert vorkommt, aber nicht mehr Gewicht nördlich der Eisgratgipfel haben könnte. Also werden Informationen über die Höhle und die dortigen Umstände eingeholt und um finanzielle Unterstützung gebeten. An Information erhalten sie, dass es tote Magiezonen im Innersten des Heiligtums gibt, was bedeutet, dass etwaige Feinde mit herkömmlicher Gewalt niedergemacht werden müssen. Zusätzlich werden alchemische Fläschchen gefüllt mit Feuer, Säure, Eis und Knall hergestellt, die den Zauberkundigen in nichtmagischen Situationen aushelfen sollen. Als alle Vorbereitungen getroffen wurden, was ein paar Tage in Anspruch genommen hatte, ist man mehr oder weniger bereit für die Suche nach dem Frostriesenartefakt und macht sich auf den Weg zur der sagenumwobenen Höhle.

Saturday, December 9, 2023

Von den Prüfungen der überaus großzügigen Frostmaid.

TL;DR 
Grausamkeit versemmeln wir vermutlich, weil wir moralische Bedenken zu rituellem Kannibalismus haben, Arinar lösts aber friedlich dank limited wish. Bei Ausdauer wollen uns die Würfel budan, wir sind aber zu hoat und schaffens irgendwie die Rentierherde für den Elchstamm, den wir auf den achten Versuch als solchen identifizieren, zu erlegen. Bei Erhaltung treffen wir den Chuck Norris des Nordens und seine Perytonherde, dem wir einen blutigen Stammesputsch gehörig vermiesen und ihn ins Jenseits befördern. Isolation schließlich beschert Arkami eine weirde Vision des uns verfolgenden Wendigos und magischen Nebel, der ein paar Leute frisst und dann wieder ausspuckt. Am Ende landen alle alleine im Rätselwald, und just als sich abzeichnet dass die Bäume Wegweiser sind, ist der Abend auch schon wieder aus. Schad.
 

03.08.1361

Ein eisiger Tunnel aus wirbelnden Schneeflocken saugt die Helden ein und spuckt sie in einer eisigen Wildnis aus, unweit einiger befestigter Zelte zwischen ein paar windgebeugten Nadelbäumen, irgendwo in der nördlichen Tundra. Die Lillend ist verschwunden, dafür schwebt über jedem Kopf das Symbol Aurils, wie aus leuchtendem Eis gefertigt. Mehrere in Felle gehüllte Männer starren die Gruppe mit großen Augen an, bevor sie beginnen verwirrt zu rufen und fast übereinander zu fallen, als die Hälfte erstarrt und die andere Hälfte Richtung Siedlung rennt. Ihre Sprache klingt für alle Rashemi vage bekannt, aber nur Kyrol kennt sie ausreichend gut, um sie zu verstehen, es ist eine der mit Rashemi verwandten Sprachen der nördlichen Eisebenen, noch dazu ein eher seltener Dialekt. Der Tonfall ist aber eindeutig: Angst. Kyrol kann übersetzen, dass „die Fremden“ nicht anzugreifen seien, da sie „Auserwählte Aurils!“ sind. Außerdem wird nach „Gunvald Halrakson“ gerufen. Der kommt dann auch bald daher und ist offensichtlich der Häuptling, erkennbar an einer eher prächtigen Rüstung und vielen gut gearbeiteten Fellen darüber. Im Schlepptau hat er einen zerzaust aussehenden älteren Kerl, den der große Mann als Ufdredd anspricht, und der am vage entrückten Blick und einer Vielzahl von Fetischen an der Kleidung leicht als Schamane identifizierbar ist. Ufdredd ist sehr erfreut auserwählte der Frostmaid zu sehen, Gunvald ist eher vorsichtig, die Gruppe als ganzes ist so enthusiastisch auf die Prüfung einer ihrer Gesamtgesinnung entgegengestellten Gottheit wie ein Eisbär mit Zahnschmerzen, gerade das Sprachrohr Kyrol ist jetzt schon am Ende seines doch eher langen Geduldsfadens, man versucht aber betont höflich zu bleiben.

Ufdredd redet sehr SEHR viel über den Willen Aurils, und führt alle zu seinem Zelt, wo vier ältere Barbaren fast nackt an Pfähle gebunden sind. Hier wird aus der privaten Reserve des Häuptlings Met kredenzt, und erklärt was Sache ist: Zusammenfassend hat der Stamm Pech bei der Jagd gehabt, und der vielfach erwähnte Wille Aurils ist es, anscheinend, dass dieser vier hier sterben müssen und der Rest des Stamms wird sie essen, um über den Winter zu kommen. Die Logik und Moral hiervon erschließt sich niemandem so richtig, und als dann auch noch Ufdredd feierlich bekannt gibt, dass die Auserwählten Aurils die „Ehre“ haben die auserwählten Opfer zu töten entbrennt endgültig ein ideologischer Streit unter den Forschern. Was Ufdredd natürlich in seiner Rolle als Vollstrecker seiner eigenen Interpretation des Willens einer bösen Gottheit kränkt, und Gunvald nervös macht. Vor allem weil keiner die Sprache versteht in der gestritten wird. Kyrol hat genug von der Sache und will einfach gehen und die „kannibalistischen Idioten“ ihrem Schicksal überlassen, Sirasi hadert mit der Sache und will die Leute retten und ins Königreich Horgi bringen, was jetzt nicht unbedingt ihre körperliche Sicherheit garantieren würde, wenn man die Historie der Goblins bedenkt (auch wenn der Chronist der Fairness halber gezwungen ist anzumerken, dass die Sache mit den erfrorenen Gefangenen damals sehr glaubhaft ein Unfall war). Die anderen schwanken zwischen „bringen wirs hinter uns“ und „in die neun Höllen mit Auril und ihrer dummen Prüfung“.

Man beschließt gegen den Willen des mittlerweile sehr wütenden Ufdredd mit den Opfern zu reden. Es ergibt sich natürlich eine 50/50 Verteilung zwischen „ich bin ein Gläubiger Aurils und werde gerne gegessen!“ und „der Schamane ist irre, Hilfe Hilfe!“ Gunvald will jetzt die Fremden verständlicherweise loswerden, hat aber anscheinend Schwierigkeiten sich gegen seinen ihm an sich untergeordneten Schamanen durchzusetzen, der mit Spucke auf den Lippen irgendwas von Blasphemie faselt und in Kyrols Augen einen Spruch vorbereitet, was den interkulturellen Dialog endgültig zusammenbrechen lässt. Der Schurke wird instinktiv unsichtbar, seine Hand zuckt durch eine kurze Abfolge arkaner Gesten und hebt sich umspielt von einer grünlichen Aura in Richtung des Schamanen.

Aber bevor Kyrol Ufdredds Gesicht einer radikalen Exfoliation unterziehen kann, wirft Arinar blitzschnell eine ganze Hand teurer Zauberkomponenten hinter sich, und zaubert ohne dass es jemand bemerkt einen seiner mächtigsten Sprüche, einen limitierten Wunsch. Er benutzt diesen, um einen weiteren mächtigen Spruch aus seinem Repertoire zu zaubern, und erlegt Gunvald eine Geas auf, die ist die Helden und die Gefangenen ziehen zu lassen. Diese Worte spricht der Häuptling mit voller Autorität, und Brüche im Stamm werden mit einem Mal sichtbar. Einige Krieger stehen sofort stramm und machen Anstalten die Gefangenen loszubinden, andere schauen verunsichert zu Ufdredd, der von Wahnsinn und der Wut Aurils brüllt. Kyrol wird wieder sichtbar und übertönt ihn, er stellt mit kritischen Worten die Frage, wer denn nun den Stamm wirklich anführt, Ufdredd oder Gunvald? Ufdredd will protestieren, sieht sich aber mit einem Mal Aline gegenüber, die vor Frost bedeckt keine geringe Ähnlichkeit mit gewissen Darstellungen von Ufdredds Gottheit hat, und ihm in Aussicht stellt, dass er das nächste Mahl für ihr Schwert wird, wenn er sich nicht seinem Häuptling unterwirft.

Die Situation ist mehr als angespannt, die Mehrheit des Stammes stellt sich hinter den neu gestärkten Gunvald; der Schamane hingegen hadert mit sich selbst, mit einer kleineren aber immer noch signifikanten Zahl Krieger hinter sich. Sirasi und Arinar erkennen Zauberei auf ihm, aber was genau seinen Geist verzaubert hat ist unklar. Kyrol kann mit einer weiteren Rede alle Aufmerksamkeit auf sich lenken, damit Arkami die Magie sondieren und brechen kann, aber der Effekt erweist sich als zu mächtig. Einerlei, der Schamane wird unter Protest weggeschleppt, die Gefangenen stehen vor der Wahl mitzukommen oder zu sterben. Zwei kommen mit, zwei entscheiden sich fürs sterben. Man verlässt auf Bitte/Befehl von Gunvald den Stamm, verzaubert die beiden Geretteten mit Widerstand gegen die Elemente und stapft in das aufkommende allabendliche Schneegestöber davon.

Aline will die beiden Neuen fragen, ob etwas mit dem Schamanen nicht gestimmt hat, und wenn ja, wann er sich verändert hat. Kyrol übersetzt, und anscheinend hat Ufdredd vor gut einem Jahr begonnen, mehr Macht an sich zu reißen, und auch die Strafen wurden immer extremer. Arkami sondiert die Orakel, und ist sich sicher, dass die Prüfung an sich vorbei ist. Man macht also an einer opportunen Stelle halt, schlägt ein kleines Lager auf und wartet in etwas angespannter Stille. Eine halbe Stunde. Eine Stunde. Gerade als einer der beiden Geretteten sich räuspert und Kyrol fragt, wohin die Reise denn nun geht, werden alle wieder von einem Wirbel aus Schneeflocken eingehüllt und stehen, minus ihrer Schützlinge, wieder in der Halle. Das Symbol „Grausamkeit“ ist verblasst. Ob das heißt, dass man bestanden hat oder nicht, vermag keiner zu sagen.

Wie immer reagieren die Rashemenforscher auf diese Ungewissheit in ihrer patentierten Weise: Sie streiten eine Weile. Nachdem der obligatorische Disput beigelegt ist wird zufällig eine neue Tür ausgewählt. Das Los fällt auf „Ausdauer“ und nachdem die Wand aus Nebel durchschritten ist glauben alle kurz, dass der Schneeflockentunnel diesmal einen Fehler hat und nicht endet, bis klar wird dass der Schneesturm am Zielort wirklich so stark ist. Inmitten dessen ein neues Barbarencamp, diesmal ist der Empfang sogar noch unfreundlicher. Eine große Truppe zum Kampf gerüsteter Barbaren mit stilisierten Elchen auf der Kleidung, angeführt von einem großen Kerl mit einem Elchgeweih, vor flatternden Bannern die einen Elchen darstellen und mehreren mit Elchknochen und weiteren Elchgeweihen geschmückten Zelten. Die Gruppe hat keine Ahnung welchem Stamm sie gegenüber stehen, vermutlich der Eisdrakenstamm. Die absolute Verwirrung, vermutlich hervorgerufen dadurch, dass man schon wieder durch Raum und Zeit geworfen wurde, wird vom Anführer der Truppe beigelegt, der sich als Jarun Elchhard vom Elchstamm vorstellt, und will, dass die Auserwählten Aurils sofort verschwinden, sie hätten hier nichts mehr zu schaffen, und es sei schon genug angerichtet worden! Die Gruppe gibt zu keine Ahnung zu haben worum es geht, was ihnen der große Mann mit der Elchausrüstung dann glaubt. Als man Hilfe bei was auch immer anbietet, wird er schon freundlicher. Dies ist keine Kriegstruppe, man ist auf der Jagd. Auch dieser Stamm hatte Pech beim Jagen, und auch hier wird das Essen knapp. Aber man hat Hinweise auf eine Herde in den gedeuteten Zeichen gefunden. Eine Herde Elche? Nein, man soll nicht lächerlich sein, es sind Rentiere, warum wären es Elche?

Kyrol erinnert sich in seiner Rolle als Träger des Buches, dass es mit der Natur kommunizieren kann. Er überzeugt die Barbaren noch 10 Minuten zu warten, da aber weder Vryll noch Kyrol über die nötigen Fähigkeiten in abstrakter arkaner Theorie verfügen um die Ergebnisse eines Naturzaubers zu entschlüsseln, ist das ganze eher umsonst, was für Vryll peinlicher ist als für Kyrol, alles in allem.

Was folgt ist ein stundenlanger Gewaltmarsch gegen den Wind, der deshalb dauernd gegen den Wind geht weil hier einmal mehr das typische Würfelglück einer an einem fernen Tisch sitzenden Truppe zuschlägt und alle Wildniskundigen, Helden wie Stammesangehörige und Buchgeister, plötzlich den eigenen Arsch nicht mehr mit einem Sextanten finden können, man verzeihe dem Chronisten sein Aglarondisch.

Was aber gut funktioniert ist die von langen Reisen im eisigen Norden gestählte Konstitution der Helden. Während die bärbeißigen und durchtrainierten Barbaren nach gut und gerne 8 Stunden Marsch schon aus dem letzten Loch pfeifen und nur dank großzügig angewandter Magie von Arkami und Sirasi überhaupt mithalten können, laufen die Helden alles in allem noch mit Elan und Audauer durch das finstere Zwielicht des magisch verfluchten Nordens. Vor allem Arinar kann weitaus besser mithalten als so mancher derer, die ihn anfangs belächelt haben, und läuft mit fast unirdischer Kraft dahin. Was domovoylob dann auch irgendwann funktioniert sind die Augen der Gruppe, und ein vager Abglanz der Spur einer Spur wird im Schnee gefunden. Rentiere. Vor langer Zeit. Aggranor nimmt die Witterung auf wie ein Bluthund, und folgt den fast unsichtbaren Spuren unbeirrt für zwei weitere auszehrende Stunden mit geübter Leichtigkeit, als hätte er sein ganzes Leben nie etwas anderes gemacht. Kyrol kann ihn etwas unterstützen, beugt sich aber dem eindeutig überlegenen Sinnen des Zwerges und hält sich im Hintergrund. Dann einige Abdrücke, so eindeutig dass sogar vor Erschöpfung trübe Augen sie problemlos sehen, die Spuren sind keine Stunde alt. Meisterhaft findet der Zwerg einen Weg, auf dem die Herde in die Enge getrieben werden kann, und nach einem kanalisieren positiver Energie von Arkami mobilisieren alle die letzten Reserven. Im letzten Moment will der grausame Norden den Helden den Sieg stehlen, und plötzliche übernatürliche Winde verwehen die Spuren vor Aggranors Auge und ihm den Firn ins Gesicht, doch Arkami kann diesen Knoten im Schicksal entwirren, und in einem Gewitter aus magischen Entladungen und mit letzter Kraft geworfenen Speeren werden zwei dutzend Rentiere zur Strecke gebracht. Der Stamm ist gerettet, doch noch während das triumphale Röhren der Barbaren über die Tundra schallt, werden die Helden wieder von einem Tornado aus Flocken emporgehoben und in die Halle gespuckt, wo das Symbol für Ausdauer in einem harschen blauen Licht strahlt.

Alle sind viel zu müde um darüber nachzudenken, dass die Grausamkeitsprüfung nun vermutlich eindeutig nicht geschafft wurde, man rollt sich in der relativen Wärme der Kammer zusammen und schläft den Schlaf der absoluten Erschöpfung.

04.08.1361

Zwei Türen verbleiben, und anscheinend wird der Zapfen oberhalb noch nicht angegriffen. Oder man bekommt hier unten nichts davon mit. Die Wahl fällt auf „Erhaltung“, und wieder ist das Ziel ein Barbarencamp im fernen Norden, aber diesmal scheint die Sonne. Mehr oder weniger, auch hier herrscht das unnatürliche Zwielicht, das die roten Magier erschaffen haben. Das Camp selbst hat bessere Zeiten gesehen, die Zelte sind teilweise zerstört, und überall liegen gefrorene Leichen, die teilweise gerade von Wesen gefressen werden, die auf den ersten Blick wie riesige Vögel wirken, sich auf den zweiten dann aber als geradezu gewaltige Perytons herausstellen, welche die Gruppe noch nicht bemerkt haben.

Kyrol schießt einem davon den Flügel weg, und kann im Gegenzug dessen Schatten ausweichen, vor allem dadurch, das sein Mantel nicht unerhebliche sieben Spiegelkyrols erschafft, was den Kampf zu einem ziemlichen Getümmel verkommen lässt. Andere kassieren dann doch den Schattenfluch, dessen Auswirkungen sich noch in Grenzen halten. Der Kampf tobt am Rande des Lagers entlang, wo Aline und Arinar sich gegenseitig Deckung geben und die Kriegerin tunlichst vermeidet, ihren Gegnern den Todesstoß zu geben, um die Blutlust ihres Schwertes nicht zu aktivieren. Meisterlich schneidet und sticht sie mehrere Perytons bis an die Schwelle des Todes, über welche sie dann von Arinars und Kyrols Säurekugel sowie einem alles verzehrenden Flammenschlag von Arkami befördert werden. Der Elf weiß auch, dass diese Wesen deshalb so groß sind, weil sie von Malar, dem dämonischen niederen Gott der Jagd und Bestien, gesegnet wurden. Aggranor nimmt dies zur Kenntniss, springt mit einer Grazie, die man einem Zwerg niemals zugetraut hätte, auf ein Zelt und erledigt ein geschwächtes Peryton, bevor Sirasi mehrere auf dem Boden und in der Luft mit einem Kettenblitz trifft, und teilweise zu Tode röstet. Davon inspiriert versucht Aggranor ein akrobatisches Manöver, um möglichst viele Gegner in die Bahn seines eigenen Blitzstrahls zu bringen, doch trotz beeindruckendem Saltos weichen alle Ziele aus, einige vollständig. Davon unbeirrt stürzt der Zwerg sich auf den Peryton, auf dem er landet. Irgendwann hat der Fluch im Schwert genug davon dauernd gereizt zu werden, und versetzt Aline nicht nur in Rage, sondern auch in ihre Oozeform. So verwandelt wütet sie zusammen mit ihren Kumpanen zwischen den Wesen, die nun fallen wie Korn vor der Sense. So schnell, dass der von Arinar beschworene Azata keine Ziele für seinen Langbogen mehr hat. Der muskulöse Himmlische ist etwas irritiert, fragt seinen Beschwörer was er hier soll, der schlägt ihm vor, er soll doch nach bösem suchen, was mit Enthusiasmus angenommen wird.

Man durchsucht gemeinsam die Überreste der Zelte, auch auf Hinweise was man denn hier soll. Es findet sich wenig, außer stinkende Fellen, vielen furchtbar zugerichteten Leichen, und einer schönen Knochenkette, die Aline bekommt und sich umhängt. Der Azata schwebt vorwärts, gibt Arinar Bescheid, dass er etwas hört, voraus im größten Zelt in der Mitte des Lagers, kurz bevor er wieder verschwindet. Während man das vermutliche Häuptlingszelt durchsucht, findet sich bald die Quelle des Geräuschs, dass der Azata vernommen hat. Ein Kind. Es ist laut Arkami so ungefähr neun Jahre alt, laut Arinar 16 oder so, aber der langlebige Elf hat wenig Erfahrung mit Menschenkindern. Auf der einen Seite seines Kopfes sind die Haare abgeschoren, und dort sieht man ein Muttermal in der Form des Symbols der Auril.

Irgendwie stehen alle unschlüssig um das verstörte Kind herum, bis Kyrol nach vorne geschoben wird, sich hinhockt und sein Bestes versucht nett zu sein, bevor dann plötzlich alle eine Meinung haben was er sagen soll und ihn nicht zu Wort kommen lassen. Aber bevor ein weiterer Streit ausbrechen kann sieht Aggranor draußen mit scharfem Auge, dass in der Ferne um einiges mehr Perytons im Anflug sind, und tut das kund, bevor er sich ebenfalls in das Zelt duckt. Alle verstecken sich erstmal und warten ab.

Von draußen ruft plötzlich jemand etwas, in Common. Es geht darum, dass jemand namens Erik die Krönung nicht verhindern werden kann, und herauskommen soll. Alle bleiben still. Die Stimme, eindeutig kein Peryton meint „wie du willst, findet ihn!“ Während draußen auf Befehl die Perytons mit dumpfem Knallen landen sehen Sirasi und Arinar den Besitzer der Stimme. Ein absoluter Hüne, neben dem sogar Ulgan von Kette klein (wenn auch nicht dünn) wirken würde, fast drei Meter groß und gekleidet in eine Rüstung aus weißen Drachenschuppen, mit einem gewaltigen Ledergürtel, auf dem ein in Metall gehämmerter Drachenkopf prangt. Und interessanterweise keinen offensichtlichen Waffen. Immer verdächtig. Er sieht Arinar, spricht ihn an. Dieser ist ihm keine Antwort schuldig, sagt er. Auch Sirasi nicht. Er lacht schallend und stellt sich als Isark Kronenstrom vor, und er werde sich doch SiiiiCHER nicht gegen den Willen der Auserwählten Aurils stellen wird. Sirasi erkennt in einer der leichtesten Übungen in Menschenkenntnis ihres Lebens den Sarkasmus und befiehlt den Angriff.

Darauf hat Kronenstrom gewartet, lässt sich schneller als selbst der blitzschnelle Kyrol Klauen wachsen, stürmt in einer großen Kurve zu Sirasi und unterschreibt sein eigenes Todesurteil, als er es wagt einer Wychlaran fast die Maske vom Gesicht zu schlagen. Und den Kopf darunter. Seinen eigenen Kopf verliert der Kerl fast an eine Säurekugel, meisterhaft aus den Schatten geworfen, wo er nicht einen, sondern gleich acht schattenhafte Kerle sieht, die jeder eine andere unflätige Geste vollführen. Arkami versucht dem Kerl ihren Fluch anzuhängen, was an der bemerkenswerten arkanen Abwehr die auf ihm liegt scheitert. Die Perytons hacken und beißen sich unterdessen einen Weg durch die robusten Zeltplanen, und das Gerüst kracht, als eines der Wesen auf dem Dach landet. Der Segen von Alines Klinge entzweit eines beinahe, während ein weiterer Azata, diesmal ein eher tonnenförmiger Kerl, sich in den Kampf wirft. Isark Kronenstrom ist sich nicht zu schade einige Beleidigungen und überhebliche Ankündigungen auszuteilen, während er und seine Horde Perytons sich mit Sirasi, und einem durch den Kampf gewateten Aggranor prügeln. Zwerg und Wychlaran werden recht übel zugerichtet, aber als Aline sich einen Weg zum Kronenstrom gebahnt hat, vergeht ihm etwas das Grinsen, als die Klinge des Buschdornentrakts blutige Breschen in seine Rüstung hackt. Der Azata und der Peryton auf dem Dach des Zeltes beweisen beide wie ungeschickt man sich anstellen kann, fallen fast runter und müssen sich aneinander festhalten, was angesichts des Kampfes auf Leben und Tod oder Verbannung auf die Heimatebene extra peinlich von Statten geht. Die restlichen Perytons versuchen entweder Arkami zu fressen, wobei sie sich gegenseitig im Weg sind, oder widerwillig ihren Herren zu schützen, wofür sie Aline beharken. Sie stellen sich als lebende Wand in den Weg, als der Hüne nach einem Blitzstrahl von Sirasi zurückweichen will. Kyrol springt vor und zerfetzt einen Pertyon, was den Weg freimacht für Aline Rüstungsbrecher, die alle Klauen, Geweihe und Zähne ignoriert, dem plötzlich sehr verdatterten selbsternannten König Kronenstrom nachsteigt und einen absoluten Meisterschlag vollführt, dem Isark im letzten Moment mit einem kecken Grinsen versucht auszuweichen. Das Grinsen ist darauf für immer auf seine Züge gefroren, denn Aline hat dies kommen sehen und lässt ihre Klinge im letzten Moment zur Seite zucken, genau durch den verräterischen Hals des rätselhaften Barbaren, der wie ein gefällter Baum neben seinem Kopf zu Boden donnert, wo das Blut aus seinem Halsstumpf sich mit dem aufgewühlten Schlamm mischt.

Seine geflügelte Kohorte beeindruckt sein Tod nicht, sie scheinen im Gegenteil vom Wegfallen seiner Kontrolle begeistert zu sein und dringen weiter auf die Helden ein, während einige von ihnen sich im Vorbeigehen sogar Stücke aus ihren alten Meister reißen. Eines der Wesen kommt genau neben dem Versteck des Kindes durch die Zeltwand, was den bisher sehr tapferen Jungen zu einem Angstschrei reizt. Kyrol flucht, fährt herum und geht auf das den fleischfressenden Flügelhirsch los, Sirasi ist so weit aus dem unmittelbaren Kampf befreit, dass sie die Kapazität hat ihren Schlaffluch auf das Tier zu werfen, bevor es den Jungen tottrampelt. Der Vorteil ist, dass Kyrol das Peryton mit einem gezielten Halsstich ins Jenseits befördern kann. Der Nachteil ist, dass es wahrscheinlich halb auf dem Kind liegt. Kyrol hat noch Zeit mental anzumerken, dass ein totes Peryton recht gute Deckung gegen andere Perytons ist, dann ermahnen ihm seine arkanen Sinne sich wieder dem gegenwärtigen Geschehen zuzuwenden, als sie das Ableben mehrerer seiner Spiegelbilder melden. Die letzten Momente des Kampfes verlaufen recht hektisch, der Bralani Azata erledigt seinen Gegner, ein angeschlagener Aggranor serviert gemeinsam mit Aline alles vor dem Zelt ab und Kyrol kassiert noch einige leichte Treffer bevor sein Feind an Blutverlust eingeht, dann ergreifen die letzten Reste der Herde die Flucht, die sehr kurz verläuft und auf der sie allesamt durch Kampfmagie niedergemacht werden, was die herannahende dritte Welle dazu veranlasst, sich woanders Streit zu suchen.

Der Junge wird unter den Resten des Perytons auf ihm geborgen, Sirasi schafft es trotz Maske bemerkenswert einfühlsam zu sein und entlockt dem komplett verstörten Kind einige Fakten zu den Geschehnissen. Er ist tatsächlich der von Kronenstrom angesprochene Erik, Sohn des Häuptlings des Wolfsstamms und Erwählter oder zumindest Markierter der Auril. Kronenstrom wollte König über die lokalen Stämme werden, sein Vater war dagegen. Da alle lokalen Häuptlinge dafür sein müssen war die Logik von Isark Kronenstrom, den gesamten Stamm auszurotten bis auf den von Auril erwählten Jüngling, den er dann mit entsprechender Einschüchterung dazu gebracht hätte für ihn zu stimmen. So erzählt Erik das zwar nicht, es ergibt sich aber aus der Erfahrung der Gruppe mit den rauen Sitten des Nordens. Bevor man Erik noch großartig trösten könnte werden die Rashemenforscher vom üblichen Schneeflockenwirbel davongesaugt und lassen den traumatisierten Jungen mit den halbgefressenen Überresten seiner Familie zurück. In den Augen der in Religion unterrichteten Mitglieder der Gruppe ist Auril, um einen Fachbegriff zu verwenden, wirklich eine ziemlich herzolose miese Schl-awinerin. 

Einerlei, man ist zurück im Eiszapfenbau, und ein weiteres Symbol leuchtet. Kurz durchgeschnauft, ab in Isolation, es bleibt gerade noch genug Zeit für eine Diskussion über die Essbarkeit von Alines lebenden Hautabsonderungen und ein ausgedehntes Mittagsmahl, gespendet von Kyrol, der ausnahmsweise mit- und als einziger an Proviant gedacht hat.

Der Strudel wirbelt, und das Ziel ist ein Barbarencamp. Ein gewisses Muster beginnt sich abzuzeichnen. Diesmal ist es der Tigerstamm, eine eher verschworene und wenig bekannte Bande, angeführt von einer Tigerin, eine gewisse Bjornhild Solvigsdottir. Sie sind überraschenderweise sehr erfreut Auserwählte Aurils zu sehen, sie sagen es ist ein gutes Omen und laden alle zum Trinken ein, es gibt tatsächlich echten Jhuild. Nach dieser Zurschaustellung offener Gastfreundschaft misstraut ihnen Sirasi reflexiv.  Sie geben an eine Jagdtruppe zu sein, und nur das Außenlager eines größeren Stammes. Für eine Jagdtruppe sind sie auffallend gut bewaffnet, und Sirasi merkt an, dass sie wohl eher ein Überfallkommando sind. Das bringt die gute Bjornhild zum Grinsen, und dazu, komplett unironisch die gute Beobachtungsgabe der Wychlaran zu loben. Geschlecht und Intellekt sind wohl beides keine Kriterien für eine Führungsrolle beim Tigerstamm. Und ja in der Tat, man will den benachbarten Elchstamm überfallen und ausrauben, 36 Krieger hat Solvigsdottir dafür um sich gesammelt, und sie bittet die Auserwählten der Frostmaid, auf ihr Lager aufzupassen. Sirasi erinnert sich an den Elchstamm dem man geholfen hat und findet das eher verwerflich, Arinar weist sie recht brüsk und pragmatisch darauf hin, dass nach den Sternen gemessen es definitiv ein anderer Elchstamm sein muss, man ist hunderte Meilen vom Ort der anderen Prüfung entfernt. Sirasi hat immer noch Vorbehalte, wird aber von den restlichen Gelehrten, die sie auf die Sitten der Stämme im Norden hinweisen, vorerst überstimmt.

Man bezieht die spartanischen aber warmen Zelte, teilt wachen ein und macht es sich bequem. Arinar und Aline sprechen über Korinar und sein Schicksal, dann geht man schlafen.

Arkamis Schlaf ist unruhig, sie hat eine weitere Vision. Sie sieht durch die Augen eines Wesens, das keuchend knapp über dem Boden kriecht und schnüffelt wie ein verhungerter Wolf auf der Fährte. Sie erkennt durch die fremden Augen die Wälle von Karkalok, in der Nähe von Aline gegen den Nachtflügel gekämpft hat. Der Schnee ist aufgewühlt, und noch immer befleckt vom Blut Lebender und Untoter, dass mittlerweile zu frostigen Kristallen erstarrt ist. Ein weiße, mit langen scharfen Krallen versehene Hand kommt in Sicht, reibt sich das Blut irgendwohin, schnüffelt, keucht, leckt, schnüffelt, knurrt. Dann ertönt ein von Wahnsinn und Hunger gezeichnetes Heulen, und das Wesen rast gen Himmel, bevor es mit irrwitziger Geschwindigkeit durch die Nacht davonstiebt, in Richtung Norden. Sie wacht schweißgebadet neben den mittlerweile solche Dinge gewohnten Gefährtenauf, die sich die Vision erzählen lassen, und sich leider sicher sind: Es ist der Wendigo, der die Witterung aufgenommen hat. Ein Risiko, dem sich die Gruppe bewusst war.

05.08.1361 -12.08.1361

Aber es gibt an diesem Morgen unmittelbarere Probleme. Draußen sollten die Barbaren die letzte Wache halten, aber es ist totenstill. Und extrem neblig. Man sieht keine 10 Fuß weit. Kurze Sondierung macht klar: Der Nebel ist magisch. Und Magie war wohl auch dabei im Spiel, dass sich nirgends Spuren finden. Alles ist still. Alles ist leer. Vor ein paar Stunden, als die vorletzte Wache die Zelte bezogen hat, war noch alles normal.

Es beginnt eine im wahrsten Sinne des Wortes nebulöse Phase. Man harrt im Lager, das bis auf die Abwesenheit der Barbaren komplett unberührt scheint, aus. Arinar untersucht Alines Fluch, ohne Erfolg, was ihn tagelang beschäftigt hält. Auch die anderen üben sich in verschiedenen Techniken, um die Isolation zu ertragen. Bis eines Morgens Sirasi verschwunden ist. Das beunruhigt alle natürlich, Arkamis magische Sondierung ergibt nichts. Sicher Teil der Prüfung, erzählt man sich. Dann verschwindet Aggranor. Wiederum, sicher Teil der Prüfung, sagt Arinar. Dann verschwindet er.

Doch bevor man sich noch zu viele Sorgen machen kann, kehren die Barbaren zurück, vollbeladen mit Beute die sie beim Elchstamm gemacht haben, und mit den verschwundenen Mitgliedern der Gruppe, die körperlich unversehrt sind und sich nach anfänglicher Verwirrtheit wieder erholen, bis auf fehlende Erinnerung, was ihnen draußen im Nebel wiederfahren ist. Die Barbaren teilen die Beute auf, und die Forscher erhalten ihren Anteil sowie den Danke von Bjornhild, bevor der übliche Schneeflockenwirbel sie einschließt.

Doch statt der Halle unter dem Zapfen findet sich jeder allein in einem nebligen Wald im tiefen Schnee wieder. Alle irren umher, bis sie durch verschiedene Wege darauf kommen, dass die Bäume wohl in eine Richtung weisen…